Javier Ortega, * 1986 Ecuador, ermordet 2018

Javier Ortega, * 1986 Ecuador, ermordet 2018

Der Journalist Javier Ortega arbeitete für die ecuadorianischeTageszeitung El Comercio. Er recherchierte mit einem Team, um abtrünnige Guerilleros, die „Frente Oliver Sinisterra“, aufzuspüren. Diese waren aus dem Friedensabkommen zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC ausgeschlossen worden. Die kriminelle Bande operiert in einem Dschungelgebiet zwischen den beiden Ländern und finanziert sich hauptsächlich durch Drogenhandel.

Javier Ortega, der Fotograf Paul Rivas und der Fahrer Efrain Segarra wurden am 26. März 2018 in der Ortschaft Mataje in der Provinz Esmeraldas entführt.

Anfang Mai gaben die Entführer den Tod der Drei bekannt. Ecuadors Präsident Moreno machte für die Entführung und Ermordung des Reporter-Teams einen Mann mit dem Decknamen Gaucho verantwortlich. Er ist der meistgesuchte Kriminelle Ecuadors.

Die Entführer forderten im Gegenzug zur Freilassung der Geiseln die Haftentlassung von Mitkämpfern, die in Ecuador inhaftiert sind.Der ecuadorianischen Regierung zufolge wurden die Journalisten entführt, um die Bande vor Militäroperationen zu schützen, die sie in Richtung Kolumbien drängten. Der ecuadorianische Präsident betonte, dass die Entführer in keinem Moment willens gewesen seien, die Journalisten sicher und gesund auszuliefern.

Am Mittwoch hatte die Oliver Sinisterra Front eine Mitteilung verbreitet, dass die entführten Ecuadorianer bei einer missglückten Rettungsaktion getötet worden seien. Kolumbien hat eigenen Angaben zufolge jedoch keinen Befreiungsversuch unternommen. Als Hauptverantwortlicher für die Entführung gilt der Anführer der Rebellengruppe, Walter Artizala alias „Guacho“. Für Informationen, die zu seiner Ergreifung führen, haben die Regierungen in Quito und Bogotá eine Belohnung von 100.000 US-Dollar ausgelobt.

Zwei Stunden nach Ablauf eines an die Entführer gerichteten Ultimatums sagte Lenín Moreno in der Hauptstadt Quito, er habe die traurige Nachricht von der Ermordung der drei Landsleute zu verkünden. Der während des Ultimatums ausgesetzte Einsatz von Polizei und Militär im Grenzgebiet zu Kolumbien sei wieder aufgenommen worden, um die Täter zu finden. „Offenbar hatten diese Kriminellen niemals vor, ihre Geiseln lebend zurückzugeben“, sagte Moreno. Auch Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos verurteilte die Tat. Er sicherte dem Nachbarland volle Kooperation zu. Die Operationen gegen die Rebellen auf beiden Seiten der Grenze hätten bereits begonnen.

 

Quellen: Presidencia de la República del Ecuador, Deutsche Welle,   http://www.blickpunkt-lateinamerika.de,

Künstlerin: Ernestine Kuger-Hoberg