Alex Ogbu, * Nigeria, ermordet 2020

Alex Ogbu, * Nigeria, ermordet 2020

Alex Ogbu arbeitete als Journalist und Kolumnist für die nigerianischen Zeitungen REGENT AFRICA TIMES und ATLANTIC POST. Er berichtete in seinen Artikeln kritisch über die Politik der Regierung in Abuja, der Hauptstadt von Nigeria. 

Am 21. Januar 2020 war der Journalist bei einer Demonstration der Islamischen Bewegung Nigerias in Abuja zugegen, um darüber zu berichten. Über die nachfolgenden Ereignisse gab es zunächst unterschiedliche Darstellungen. 

Die Polizei berichtete seiner Frau, ihr Ehemann sei ausgerutscht, mit dem Kopf auf einen Fels geschlagen und daran gestorben. Die Website SAHARA REPORTERS sprach hingegen von der Erschießung Ogbus durch die Polizei. Die Polizei habe das Feuer auf die Demonstranten eröffnet. Eine Kugel habe Ogbu in den Kopf getroffen und er sei noch vor Ort seiner Verletzung erlegen. Zu diesen Vorwürfen verweigerte die Polizei jegliche Stellungnahme. Jedoch bekam SAHARA REPORTERS zwei Wochen später den Autopsiebericht des Krankenhauses in Abuja zugespielt. Dieser bestätigte, daß Ogbu durch einen Kopfschuss ums Leben kam. Eine Aufklärung oder Stellungnahme seitens der Polizei fand bis heute nicht statt. 

Alex Ogbu hinterläßt eine Frau und eine kleine Tochter. 

Nigeria hat mehr als 100 unabhängige Zeitungen, doch über Politik, Terrorismus oder Machtmissbrauch können sie nur schwer berichten. Journalisten werden unter anderem von Regierungsbeamten oder der Polizei bedroht, manchmal gewaltsam angegriffen oder am Zugang zu Informationen gehindert. Die Freiheit des Internets wird durch ein Gesetz gegen Onlinekriminalität von 2015 eingeschränkt. Es dient häufig als Vorwand, um unliebsame Journalisten und Blogger willkürlich zu verfolgen und zu verhaften. (ROG)

(Stand März 2020)

Quellen: Reporter ohne Grenzen, CPJ (Komitee zum Schutz von Journalisten, NY), Sahara Reporters, Africanistpress, The Chartered Institute of Journalists

Künstlerin: Christine Krahé