Asli Ceren Aslan * 1990 Türkei, in türkischer Haft seit Februar 2017

Asli Ceren Aslan hat in Canakkale Mathematik studiert und sich schon früh an politischen Demonstrationen und Protesten beteiligt. Dabei hat sie sich vor allem für die Frauenbewegung engagiert, war Mitglied der „Neuen demokratischen Frauen“ und hat sich für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LGBT) eingesetzt. Auf ihrer Facebook-Seite bekennt sie sich als Fan des Maoismus. Die vollkommene Gleichstellung von Mann und Frau ist ihre erklärtes Ziel.

Seit ihrem 24.Lebensjahr arbeitet sie für die Wochenzeitung ÖZGÜR GELECEK (Unabhängige Zukunft), deren Belegschaft zu 70% aus Frauen besteht und war zuletzt Chefredakteurin.

Im November 2016 wurde eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren für sie gefordert, als sie über die Offensive der türkischen Regierung in den kurdischen Gebieten berichtete. Schon damals beklagte Aslan in der Anhörung, dass die Gerichte nicht unabhängig seien und daß „die Pressefreiheit seit dem Ausnahmezustand nicht mehr gilt“.

Am 9. Februar 2017 verhaftete man sie in Riha in der Provinz Urfa, als sie sich auf dem Weg ins türkisch-syrische Grenzgebiet gemacht hatte. Aus Rojava, so werden die kurdischen Autonomiegebiete in Nordsyrien genannt, wollte sie über die aktuellen Entwicklungen berichten. Dazu kam sie nicht mehr.

Im Juli 2017 wurde die ursprünglich geforderte Hafstrafe von zweieinhalb Jahren bestätigt.

Allein die Kritik an den Hunderten dokumentierten getöteten Menschen in Cizre, Nusaybin, Sur und der Ausgangssperre auszusprechen gilt in der Türkei offensichtlich bereits als Verbrechen.

Künstlerin: Susanne Köhler