Erol Önderoglu, *1969 Türkei, 2016 für 10 Tage in türkischer Untersuchungshaft

Erol Önderoglu, *1969 Türkei, 2016 für 10 Tage in türkischer Untersuchungshaft

Erol Önderoglu ist ein türkischer Journalist, in Erzincan geboren. Seit 1995 arbeitet er als Journalist und ist seit 1996 Türkeiberichterstatter und Türkeivertreter von REPORTER OHNE GRENZEN. Außerdem ist er seit 1997 für die Nachrichtenseite BIANET tätig. 

2014 erhielt er vom türkischen Journalistenverband TÜRKIYE GAZETECILER CEMIYETI die Auszeichnung für Pressefreiheit.

Am 20. Juni 2016 wurde er wegen „terroristischer Propaganda“ in der Türkei verhaftet. Mit ihm wurde auch der Journalist Ahmet Nesin und die Menschenrechtsaktivistin Sebnem Korur Fincanci (Präsidentin der „MENSCHENRECHTSSTIFTUNG DER TÜRKEI) festgenommen. Den Dreien wird vorgeworfen, mit ihrer Arbeit die (auch in Deutschland) als terroristisch eingestufte kurdische Organisiation ARBEITERPARTEI KURDISTAN (PKK) zu unterstützen. 

Die Unterstützung bestand darin, daß die Drei symbolisch für je einen Tag die Chefredaktion der bedrängten pro-kurdischen Zeitung ÖZGUR GÜNDEM übernommen hatten.

Zehn Tage später wurde der 50-jährige Önderoglu und Fincancı unter Auflagen aus der Untersuchungshaft entlassen. 

ÖZGUR GÜNDEM (deutsch „Freie Tagesordnung“) war eine kurdisch-türkische Tageszeitung. Sie wurde 1992 gegründet und hatte ihren Sitz in Istanbul. Aufgrund wiederholter Publikationsverbote wechselte die Zeitung mehrfach ihren Namen. 2011 nahm sie wieder ihren dem ursprünglichen Namen an. 2016 wurde die Zeitung mit der Begründung geschlossen, sie verbreite Propaganda für die PKK. Vom August 2016 bis zum März 2018 erschien die Nachfolgezeitung ÖZGÜRLÜKCÜ DEMOKRASI  („Freiheitliche Demokratie“). Obwohl die Zeitung über die PKK nicht nur wohlwollend, sondern auch kritisch berichtete, galt sie türkischen Stellen als Sprachrohr der PKK. Der erste Chefredakteur von Özgür Gündem war der türkische Journalist Ocak Işık Yurtçu, der von 1994 bis 1997 wegen 26 Artikeln, die in der Zeitung erschienen waren, in Haft saß.

Quelle: Amnesty International, Wikipedia

Künstlerin: Susanne Köhler