Norma Sarabia Garduza, * 1973 Mexiko, ermordet 2019

Norma Sarabia Garduza, * 1973 Mexiko, ermordet 2019

Norma Sarabia Garduza arbeitete als Journalistin im Südosten Mexikos und schrieb 15 Jahre lang hauptsächlich für die lokale Tageszeitung TABASCO HOY in ihrer Heimatstadt Huimanguillo. Sie berichtete über Drogenkartelle, Korruption, Gewalt und Entführungen in Mexiko. Im Jahr 2020 gelten mehr als 60 000 Menschen in Mexiko als vermißt.

Am 11. Juni 2019 wurde Garduza von zwei maskierten Motorradfahrern durch mehrere Schüsse ermordet. Sie war 46 Jahre alt.

Norma Sarabia hatte vor ihrer Tötung über ihre Angst berichtet, sie erhalte Morddrohungen von den Drogenbanden der Region und fürchte um ihr Leben.

In ihrer Heimatstadt Huimanguillo im Bundesstaat Veracruz leiden die Menschen seit mehreren Jahren unter zunehmender Gewalt. Kartelle der Region bedrohen die Bevölkerung. Seit dem Jahr 2000 sind weit mehr als 100 Journalisten in Mexico ermordet worden. Norma Sarabia war im Juni 2019 die sechste Journalistin in diesem Jahr, die einem Anschlag in Mexiko zum Opfer fiel. Die meisten Morde werden den Drogenkartellen oder korrupten Politikern zugeschrieben.

Mexiko wird von Reporter Ohne Grenzen als das dritt tödlichste Land für Journalisten nach Syrien und Afghanistan genannt. Als ‚Nicht-Kriegs-Land‘ besetzt Mexiko Platz 1.

Das Vorgehen des Präsidenten Andrés Manuel López Obrador und der Behörden gegen die Morde an Journalisten wird als ‚lediglich symbolisch‘ kritisiert. Es werden der Regierung passive Komplizenschaft mit der organisierten Kriminalität vorgeworfen. In den meisten Fällen werden die Täter weder gefaßt noch bestraft. (Stand: Januar 2020)

Quelle: BBC, OCCRP, Reporter Ohne Grenzen, Deutsche Welle

Künstlerin: Christine Krahé