
Luis Ángel López Valdez, * 1993 Mexiko, ermordet 2026
Luis Ángel López Valdez wurde am Tag der Eröffnung der Fussball-Weltmeisterschaft 2026 in Mexiko ermordet.
Er war Reporter für die Tageszeitung VANGUARDIA DE VERACRUZ. Er leitete auch das digitale Nachrichtenmedium REPORTAJE POLICIACO VERACRUZANO. Dort berichtete er über Kriminalität. Der Bundesstaat Veracruz im Osten Mexikos wird seit Jahren von Drogenkriminalität und Gewalt beherrscht.
Am 11. Juni 2026, einige Stunden bevor die Fußball-Weltmeisterschaft eröffnet wurde, war López Valdez morgens mit seinem Auto in der Stadt Poza Rica im Norden von Veracruz unterwegs. Er starb im Kugelhagel eines Killerkommandos auf offener Straße. Die Killer entkamen unerkannt. Und das, obwohl er offiziell er in ein staatliches Schutzprogramm aufgenommen worden war, nachdem der Journalistmehrmals Morddrohungen erhalten hatte.
López Valdez wurde 33 Jahre alt. Seine Ermordung war bereits der zweite Journalistenmord in Poza Rica seit Jahresbeginn. Wenige Tage vorher war ebenfalls im Staat Veracruz eine andere prominente Journalistin – Roxana Ramírez, Chefredakteurin des Portals PULSO INFORMATIVO mit Gewalt aus ihrer Wohnung entführt worden und blieb seitdem spurlos verschwunden.
In Veracruz allein sind in den letzten 25 Jahren 34 Medienschaffende ermordet worden, in Mexiko insgesamt über 150; 28 weitere sind verschwunden.
In der Rangliste der Pressefreiheit von „Reporter ohne Grenzen“ steht Mexiko damit auf Platz 122 von 180 Staaten. Das Land gilt als das weltweit gefährlichste Land für Journalist:innen außerhalb von Kriegsgebieten. Die Unterwanderung von Politik, Polizei und Justiz durch das organisierte Verbrechen macht es lebensgefährlich, über sensible Themen wie Korruption, Drogen- und Menschenhandel zu berichten. Das ist auch die Ursache dafür, dass die juristische Verfolgung von Straftaten gegen Medienschaffende wie gelähmt erscheint. Journalist:innen werden systematisch bedroht, verschleppt oder ermordet, und solche Taten bleiben fast immer straflos. Viele Medienleute sind daher gezwungen, aus dem Land zu flüchten.
(Stand der Recherche: Juni 2026)
Quellen: Reporter ohne Grenzen / RSF, Evangelische Zeitung
Text und Künstler: Thomas Ormond
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