Ahmet Altan, * 1950 Türkei, seit 2016 zu lebenslanger Haft verurteilt

Ahmet Altan, * 1950 Türkei , seit 2016 zu lebenslanger Haft verurteilt

Der türkische Schriftsteller und Journalist Ahmet Altan wur de1950 in Ankara geboren. Sein Vater Cetin Altan war ebenfalls Schriftsteller und Publizist und vier Jahre lang Abgeordneter der ‚Arbeiterpartei der Türkei‘ im türkischen Parlament. Sein Bruder Mehmet ist Professor für Volkswirtschaft und Autor mehrerer politscher Bücher.

Ahmet Altan wurde kurz nach dem Putschversuch von 2016 in der Türkei zusammen mit  Mehmet festgenommen. Er soll am Vorabend des Putsches in einer Fernsehsendung mit der Aussage: „ …. die AKP werde ihre Macht verlieren….“, angeblich „unterschwellige Botschaften“ an die Putschisten ausgesprochen haben. Die Aussage war ein bequemer Vorwand, einen unangenehmen Kritiker des Regimes zum Schweigen zu bringen.

Altan hatte als Journalist und später als Herausgeber der Zeitung Taraf immer wieder kritisch gegen die Machthaber in der Türkei Position bezogen und auch Tabuthemen wie die Diskriminierung der Kurden und den Völkermord an den Armeniern aufgegriffen. Neben der journalistischen Tätigkeit verfasste er als Schriftsteller mehrere Romane.

Was den erhobenen Putsch-Vorwurf gegen Altan absurd macht:

Seine Zeitung trug damals durch die Veröffentlichung einiger Putschpläne des Militärs gegen den damaligen Ministerpräsidenten und heutigen Staatschef Erdogan dazu bei, die türkischen Generäle politisch zu entmachten.

Das türkische Verfassungsgericht sah  in seiner Verurteilung einen Verstoß gegen die Meinungsfreiheit und ordnete seine Freilassung an.

Im Oktober 2018 wurde seine Verurteilung zu „ lebenslanger Haft unter erschwerten Bedingungen“ vom Berufungsgericht in Istanbul allerdings bestätigt. Er sitzt in türkischer Haft.

Sein Anwalt bezeichnet den Fall als den schwierigsten in seiner Laufbahn, er solle beweisen, dass etwa nicht Existierendes tatsächlich nicht existiert.

Quelle: Frankfurter Rundschau, Neue Züricher Zeitung, Der Tagesspiegel

Künstlerin: Christine Krahé