Dawit Isaak * 1964 Eritrea, seit 2001 in Haft ohne Anklage

Der eritreisch-schwedische Journalist und Autor Dawit Isaak wurde im Rahmen des massiven Vorgehens gegen die unabhängige eritreische Presse am 18. September 2001 verhaftet.

Acht in privater Trägerschaft befindliche Zeitungen wurden damals geschlossen. Als Inhaber der Wochenzeitung SETIT wurde Isaak gemeinsam mit anderen Printjournalisten in Gewahrsam genommen.

Bis heute werden sie alle in Isolationshaft gehalten. Nicht einer wurde angeklagt oder vor Gericht gestellt. Als Begründung für ihre Inhaftierungen gibt es lediglich nicht bewiesene Anschuldigungen, sie seien „Verräter“.

Im Juni 2016 äußerte sich der eritreische Außenminister in einem Interview, dass Dawit Isaak am Leben sei. Mehr erfuhr man zu diesem Fall jedoch nicht.

Im selben Interview sagte der Außenminister, dass die inhaftierten Männer dann angeklagt würden, „wenn die Regierung sich dazu entscheidet“.

„In Eritrea sind seit 2001 alle privaten Medien verboten, seit 2010 sind auch keine ausländischen Korrespondenten mehr im Land. Die staatlichen Medien unterliegen der Vorabzensur und werden scharf überwacht. Dutzende Journalisten wurden wegen ihrer Arbeit verhaftet. Viele sitzen ohne Urteil, Kontakt zu Anwälten oder Familien seit Jahren im Gefängnis; sie werden gefoltert, die Haftbedingungen sind lebensbedrohlich. Mehrere Journalisten sind in Haft umgekommen. Viele Journalisten sind ins Ausland geflohen, wo die eritreischen Behörden sie oft weiter drangsalieren. Das Internet wird umfassend überwacht und zensiert.“

(Quelle: Reporter ohne Grenzen)

Künstlerin: Brigitte Ringel