Dawit Isaak * 1964 Eritrea, willkürlich inhaftiert seit 2001

Dawit Isaak,  * 1964 Eritrea, willkürlich inhaftiert seit 2001

Dawit Isaak ist ein Autor und Journalist, der in seiner Muttersprache Tigrinya schrieb. Eine eigene Kultur zu schaffen – in afrikanischer Sprache – das war Dawits Botschaft an seine Generation. Und sie sollten sich damit dem übermäßigen Einfluss der ausländischen Kulturindustrie entziehen. Sein erstes Stück „Hope“ beschrieb das Lebensgefühl der jungen Generation der 80er Jahre, die in einem Bürgerkriegsland ihr privates Glück sucht.

1987 verließ Dawit Isaak seine Heimat und kam als Flüchtling nach Schweden, 1992 nahm er die dortige Staatsbürgerschaft an. Nach der Unabhängigkeit Eritreas im Jahr 1993 kehrte er hoffnungsvoll in sein Heimatland zurück, wo er als Journalist für die von ihm mit gegründete Zeitung SETIT arbeitete. Er setzte sich für die Redefreiheit ein und berichtete auch über Aids-Probleme und Landstreitigkeiten. Als die Grenzkonflikte mit Äthiopien ab 1998 eskalierten, forderten viele Prominente und gewählte Politiker die Fortsetzung des versprochenen demokratischen Prozesses im Land ein. Sie publizierten dies in den Zeitungen, auch in SETIT. Der autoritäre Präsident Afewerki ging daraufhin massiv gegen die unabhängige eritreische Presse vor.

Dawit Isaak wurde am 18. September 2001 zusammen mit anderen Print-Journalisten verhaftet. Alle acht in privater Trägerschaft befindliche Zeitungen wurden damals geschlossen. Bis heute werden alle inhaftierten Journalisten in Isolationshaft gehalten und auch gefoltert. Niemand wurde angeklagt oder vor Gericht gestellt. Als Begründung für ihre Inhaftierungen gibt es lediglich nicht bewiesene Anschuldigungen, sie seien „Verräter“. 2016 äußerte sich der eritreische Außenminister in einem Interview, dass Dawit Isaak am Leben sei. Mehr erfuhr man zu diesem Fall jedoch nicht. Im selben Interview sagte der Außenminister, dass die Gefangenen dann angeklagt würden, „wenn die Regierung sich dazu entscheidet“.

Seit 2010 sind auch keine ausländischen Korrespondenten mehr im Land. Die staatlichen Medien und das Internet unterliegen der Zensur und werden scharf überwacht. Mehrere Journalisten starben in der Haft. Viele Menschen sind ins Ausland geflohen, wo die eritreischen Behörden sie oft weiter drangsalieren, z.B. durch Schutzgelderpressung. Menschenrechtsorganisationen setzen sich unermüdlich für Dawit Isaaks Freilassung ein. Er erhielt 2009 den „Tucholsky-Preis“ (PEN Schweden) und 2011 den „Golden Pen of Freedom Award“ (World Association of Newspapers)

Quelle: Reporter ohne Grenzen, wikipedia

Künstlerin: Brigitte Ringel