Hu Yazhu, * 1974 China/ Xinjiang, in Haft seit 2013

Hu Yazhu, geboren 1974 in China, seit 2013 14 Jahre Haft in China

Der Journalist Hu Yazhu arbeitete für die Parteizeitung „Nanfang Daily“ in der Provinz Guangdong im Süden Chinas.

Im Jahr 2011 recherchierte er zusammen mit seinem freiberuflich arbeitenden Kollegen Liu Weian über Probleme wegen dem illegalen Abbau von Seltenen Erden – Bodenschätzen in der Nachbarregion Schaoguan.  

Es soll Streit innerhalb der Behörden und Korruption gegeben haben, davon hatten sie in der Nanfang daily – einer Parteizeitung – und auf Webseiten berichtet.

Zwei Jahre später wurden die beiden Journalisten festgenommen. 

Man warf ihnen vor, sie hätten sich bestechen lassen.

Hu schrieb einen offenen Brief, in dem er der Lokalregierung von Shaoguan und Medienverantwortlichen vorwarf, sich an ihnen rächen zu wollen.

Ein Jahr nach den Verhaftungen wurde der 34-jährige Journalist Hu Yazhun zu 13 Jahren, sein Kollege Liu Weian zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt.

Das Gericht befand sie schuldig, mit ihren Recherchen über den illegalen Abbau seltener Mineralien in Shaoguan umgerechnet 64.000 Euro als Schweigegeld erpresst zu haben. Sie hätten gestanden.

Die Anschuldigung, korrupt zu sein, wird in China dazu verwendet, Kritiker zum Schweigen zu bringen.

Im Internet gibt es Berichte, wonach die Vorwürfe gegen die beiden Journalisten konstruiert wurden. 

Weder von Hu noch von Liu gibt es Angaben, in welchem Gefängnis sie einsitzen und wie es ihnen gesundheitlich geht.

Seltene Erden sind entgegen ihrem Namen gar nicht so selten auf der Erde zu finden. Das Problem liegt aber in der Gewinnung. Vielfach kommen die Seltenen Erden nur in Spuren vor. Und zum anderen ist die Extraktion aus dem Fels oder sonstigen Materialien überaus aufwändig und umweltschädlich. Deshalb haben die meisten Betriebe in Europa und Amerika unter dem Druck der Umweltschützer den Abbau eingestellt. Die Folge war, dass China in der Versorgung der Welt mit Seltenen Erden einen Marktanteil von über 90 Prozent hat.

Seltene Erden werden für Rüstungs- und viele Technologieerzeugnisse wie Computer, Handys, Windturbinen und Batterien benötigt. 2010 beschränkte China die Ausfuhr mit der Begründung, Umwelt und Ressourcen besser schützen zu wollen.

Zur Gewinnung Seltener Erden sind hohe Mengen von Säure erforderlich. Außerdem fallen leicht radioaktive Abfälle an. Jahrzehnte ungebremsten Wirtschaftswachstums haben China gewaltige Umweltprobleme gebracht. Die Führung in Peking versucht deshalb, die heimische Förderung zu drosseln und verstärkt gegen Schmuggel und illegale Produktion vorzugehen.

2015 hob China die Ausfuhrbegrenzung  wieder auf. Damit folgte Peking einem Schiedsspruch der Welthandelsorganisation.

Das WTO-Schiedsgericht urteilte im März nach einer Klage der USA, der EU und Japans, dass die Exportquoten chinesischen Firmen unfaire Wettbewerbsvorteile verschaffen. Die Beschränkungen hatten die Weltmarktpreise für die stark gefragten Rohstoffe drastisch in die Höhe getrieben – zumindest zeitweise. Allerdings haben sie sich seit dem Höhepunkt im Jahr 2011 auch wieder stark verbilligt, weil die Industrie in den USA und der EU die Seltenen Erden teilweise ersetzen konnte und die Nachfrage so stark nachgelassen hatte.

Quellen: WELT Aktion # free them all, fdi/Reuters, FAZ

Künstlerin: Susanne Köhler