Javier Valsez Cardenas * 1967 Mexiko, ermordet 2017

Javier Valdez, „die mutigste Stimme des Journalismus in Mexiko“ (Spiegel), wurde am 15. Mai 2017 auf offener Strasse von Unbekannten mit 12 Schüssen hingerichtet.Er hinterliess eine Frau und eine Tochter.

Javier berichtete seit Jahrzehnten über die Verstrickungen von Politik und Drogenkartell, schrieb mehrere Bücher und unzählige Artikel zum Thema.
Lebensversicherung waren für ihn seine guten Kontakte und sein kunstvoller Schreibstil, der einem Tanz auf Messers Schneide glich – er war geprägt von der Umgehung aller Daten und Einzelheiten, welche die Bosse erzürnen könnten, doch gleichzeitig ungeschönt, beredt und klar verständlich für seine Leser.

Javier war sich stets bewußt, daß jeden Tag der Daumen über ihm gesenkt werden könnte. Angst und Schlafstörungen bekämpfte er mit Tabletten, Alkohol und Galgenhumor. Jeder Pathos war ihm fremd, seine Einstellung war, daß Journalisten nun mal ihren Job machen müssten…

„Wer soll es denn sonst tun?“

Was letztendlich sein Todesurteil war, kann nur vermutet werden. Vielleicht war der Grund seine letzte Publikation, ein Interview mit einem Mitglied der Kartellspitze. Darin ging es auch um die Ursachen von Gewalt – wie aus einem kleinen Jungen, einem Entführungs- und Folteropfer, ein skrupelloser Gewalttäter wurde. Vielleicht war Javier der Wahrheit zu nahe gekommen: daß es gar keine grossen, mächtigen Männer gibt.

Künstler: Christian Scharfenberg