Ko Wa Lone, *1987 Myanmar, 2018 zu 7 Jahren Haft verurteilt

Ko Wa Lone studierte Geographie und wechselte später zum Journalismus.

Im Rahmen seiner journalistischen Tätigkeit berichtete er u.a. regelmäßig über militärische Aktivitäten gegen die muslimische Rohingya-Minderheit im Norden seines Heimatlandes.

Ende des Jahres 2017 soll sich Wa Lone und sein Kollege Kyaw Soe Oo illegal geheime Dokumente beschafft haben. Dabei wurden beide Journalisten verhaftet und wegen Geheimnisverrats angeklagt. Diese Anklage beruht auf einem aus britischer Kolonialzeit stammenden Gesetz von 1923;

Im September 2018 wurden beide Journalisten zu 7 Jahren Haft verurteilt – schuldig des Verstoßes gegen ein Gesetz zu Staatsgeheimnissen. Reuters-Chefredakteur Stephen J. Adler kritisierte das Urteil als einen Rückschritt für Myanmar bei dem Übergang zur Demokratie und forderte die Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi auf, es dringend zu korrigieren. Das Urteil stehe nicht im Einklang mit Rechtsstaatlichkeit und dem Recht auf Meinungsfreiheit.

Im Verlauf des o.g. Konflikts entwickelte sich eine muslimisch geprägte Rohingya-Unabhängigkeitsbewegung. Die Vertreter der Muslime wollten nicht unter einer buddhistischen Regierung leben und forderten ein eigenes Gebiet in der ehemaligen Arakanregion (Rakhaing). Nach heutigem Gesetz gelten die Rohingya nicht als legitime Staatsbürger Myanmars, sondern als (illegale) Einwanderer aus Bangladesch.

Seit der Unabhängigkeit Birmas (1948) führte die Regierung gegen die Rohingya 20 militärische Operationen durch. Folgen der teils massiven Militäroperationen waren der Tod vieler Rohingya, die Verwüstung ihrer Siedlungsgebiete und Heiligtümer sowie die teils systematische Zerstörung ihrer Infrastrukturen.

Bis zum Herbst 2017 lebten in Myanmar etwa eine Million Rohingya, seit August 2017 sind etwa 655.000 Rohingya aus dem überwiegend buddhistisch geprägten Myanmar in den Nachbarstaat Bangladesch geflohen. Auslöser sollen Angriffe militanter Rohingya auf Armeeposten gewesen sein. Das Militär schlug daraufhin massiv zurück. Die UN sprach in diesem Zusammenhang von ethnischen Säuberungen.

Quelle: Reuters

Künstler: Marcus Schneider