Ko Wa Lone, *1987 Myanmar, in Haft seit Dezember 2017

Ko Wa Lone studierte Geographie und wechselte später zum Journalismus.

Im Rahmen seiner journalistischen Tätigkeit berichtete er u.a. regelmäßig über militärische Aktivitäten gegen die muslimische Rohingya-Minderheit im Norden seines Heimatlandes.

Ende des Jahres 2017 soll sch Wa Lone illegal geheime Dokumente beschafft haben. Dabei wurde er verhaftet und wegen Geheimnisverrats angeklagt. Diese Anklage beruht auf einem aus britischer Kolonialzeit stammenden Gesetz von 1923; ihm drohen dadurch bis zu 14 Jahre Haft.

Im Verlauf des o.g. Konflikts entwickelte sich eine muslimisch geprägte Rohingya-Unabhängigkeitsbewegung. Die Vertreter der Muslime wollten nicht unter einer buddhistischen Regierung leben und forderten ein eigenes Gebiet in der ehemaligen Arakanregion (Rakhaing). Nach heutigem Gesetz gelten die Rohingya nicht als legitime Staatsbürger Myanmars, sondern als (illegale) Einwanderer aus Bangladesch.

Seit der Unabhängigkeit Birmas (1948) führte die Regierung gegen die Rohingya 20 militärische Operationen durch. Folgen der teils massiven Militäroperationen waren der Tod vieler Rohingya, die Verwüstung ihrer Siedlungsgebiete und Heiligtümer sowie die teils systematische Zerstörung ihrer Infrastrukturen.

Bis zum Herbst 2017 lebten in Myanmar etwa eine Million Rohingya, seit August 2017 sind etwa 655.000 Rohingya aus dem überwiegend buddhistisch geprägten Myanmar in den Nachbarstaat Bangladesch geflohen. Auslöser sollen Angriffe militanter Rohingya auf Armeeposten gewesen sein. Das Militär schlug daraufhin massiv zurück. Die UN sprach in diesem Zusammenhang von ethnischen Säuberungen.

Künstler: Marcus Schneider