Muhammad Bekschanow * 1955 Usbekistan, seit 1999 in Haft und nach 18 Jahren entlassen

 

Anfang der 1990er Jahre macht sich Muhammad Bekschanow als Chefredakteur der usbekischen Oppositionszeitung «ERK» (Freiheit) einen Namen.

In den ersten Jahren der Unabhängigkeit Usbekistans schrieb das Blatt über Tabuthemen wie Umweltprobleme und Zwangsarbeit.

Nach dem Verbot der Zeitung im Jahre 1994 floh Bekschanow ins Ausland.

1999 brachte man ihn mit Bombenanschlägen in Verbindung. Die Regierung machte sowohl Islamisten als auch pro-demokratische Kräfte für die Gewalttaten verantwortlich und zerschlug unter dieser Begründung die  damalige Opposition.

Im gleichen Jahr wurde Bekschanow in der Ukraine verhaftet, an Usbekistan ausgeliefert und solange gefoltert, bis er ein «Geständnis» ablegte.

Das brachte ihm eine Strafe von 15 Jahren Gefängnis ein. Dieses Strafmaß wurde später erhöht, so dass er insgesamt 18 Jahre hinter Gittern verbringen musste.

Seit Februar 2017 ist der inzwischen 62-jährige wieder auf freiem Fuß.

Infolge wiederholter Folter ist er mittlerweile weitgehend taub und hat viele Zähne verloren. Zudem erkrankte er im Gefängnis an Tuberkulose, die lange Zeit unbehandelt blieb.

Kaum ein anderer Journalist weltweit wurde so lange wie Bekschanow inhaftiert.

Menschenrechtler prangern seit Jahrzehnten Folter und willkürliche Verhaftungen in der ehemaligen Sowjetrepublik Usbekistan an.

 

Künstler: Marcus Schneider