Narges Mohammadi * 1972 Iran , von 2016 bis 2020 inhaftiert

Die Journalistin, Physikerin und Autorin Narges Mohammadi ist im Iran eine der bekanntesten Frauen- und Menschenrechtlerinnen.

Ihre Arbeit wird weltweit anerkannt. Sie war Vizepräsidentin und Sprecherin des Zentrums für Menschenrechtsverteidiger, in dem sich die bedeutendsten Menschenrechtler des Iran zusammengeschlossen hatten.

Die Regierung verbot das Zentrum ohne rechtliche Grundlage und zerstörte die Büroräume mehrfach.

Im November 2009 wurde Narges Mohammadi gezwungen, eine Anstellung als Physikerin bei der „Iranian Engineering Inspection Company“ aufzugeben.

2012 wurde sie in einem Berufungsverfahren zu sechs Jahren Haft verurteilt. Durch die schlechten Haftbedingungen, Misshandlungen und Folter verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand so stark, dass sie 2013 gegen eine sehr hohe Kaution in ein Krankenhaus überführt wurde.

Im Mai 2015 wurde sie erneut verhaftet, obwohl sie noch immer schwer krank ist. Ein Jahr später wurde die Frauenrechtlerin zu insgesamt 16 Jahren Haft verurteilt.

Es ging ihr zusehends schlechter, sie erlitt unter anderem einen Schlaganfall. Die notwendige medizinische Behandlung wird ihr gegenwärtig verweigert, ebenso der Kontakt zu ihren Kindern. Erst im Juli 2020 wurde bekannt, dass Mohammadi sich mit dem Coronavirus angesteckt hatte. Eine medizinische Behandlung und ein Test wurden trotz der Covid-19 Erkrankung nicht gewährt. Bereits vorher war ihr Gesundheitszustand sehr schlecht. Im Oktober 2020 wurde sie nach 8 Jahren Haft freigelassen. „Wir begrüßen die Freilassung von Narges Mohammadi sehr und fordern die iranische Regierung auf, jetzt auch alle weiteren politischen Gefangenen umgehend freizulassen“, so die Menschenrechtsorganisation IGFM aus Frankfurt am Main. Einen Monat nach ihrer Freilassung verstarb ihre Mutter.

Narges Mohammadi ist Mutter von 2006 geborenen Zwillingen. Sie leben heute mit Mohammadis Ehemann Taghi Rahmani in Frankreich.

Der Journalist Rahmani verbrachte selbst 15 Jahre in Haft  u. a. im berüchtigten Foltergefängnis Evin-Gefängnis in Teheran.

Quelle: Wikipedia

Künstlerin: Susanne Köhler