Perhat Tursun, * 1969 Xinjiang / China, seit 2018 in chinesischer Haft

Perhat Tursun, * 1969 Xinjiang / China, seit 2018 in chinesischer Haft

Man nennt Perhat Tursun auch den „chinesischen Salman Rushdie“.

1999 veröffentlichte der uigurische liberale Schriftsteller seinen Roman  „Die Kunst des Selbstmords“ und erhielt sofort Morddrohungen. 17 Jahre später schreibt er wieder. Im Januar 2018 wird er inhaftiert und wird vermutlich in einem der zahlreichen „Umerziehungslagern“ festgehalten.

In Peking studierte er westliche Schriftsteller und Philosophen. Als er 1989 nach Xinjiang zurückkehrte, geriet er sowohl mit den konservativ-religiösen Kreisen seiner muslimischen Heimat als auch mit der herrschenden anti-religiösen kommunistischen Zentralregierung der Han-Chinesen in Konflikt.

Ein Freund beschreibt ihn so: „Perhat Tursun ist ein absolut einzigartiger Charakter: brillant, störrisch, boshaft witzig, absolut unberechenbar. Er ist seinen Freunden treu ergeben und gegenüber seinen Rivalen, allen voran verschiedenen konservativen Intellektuellen in der uigurischen Gesellschaft schonungslos. Ich glaube nicht, dass er jemals eine Meinung hatte, die er nicht äußerte, oft im Schatten des dunkelsten Sarkasmus.“

Quelle: Slade.fr, medium.com

Künstlerin: Susanne Köhler