
Mateo Pérez Rueda, * 2001 Kolumbien, ermordet 2026
„Wo niemand uns ansieht, wo die Stille zur Grenze wird…“
schrieb Mateo Pérez Rueda, ein kolumbianischer Journalist und Dichter.
Er war Gründer und Leiter des Online-Nachrichtenportals EL CONFIDENTE („ Die Vertrauensperson“),
Bekannt war Rueda als „schlagkräftiger, investigativer Reporter im ländlichen Raum“. Er konzentrierte sich auf das, was er als „tiefgreifende Realitäten“ von Nord-Antioquia bezeichnete.
Mateo Pérez Rueda war zudem als Dichter bekannt und ein aktives Mitglied von „El Sueño del Pino“, einer lokalen Schreibwerkstatt. Hier fand seine Lyrik Anerkennung, auch bei PEN International, wo man ihn mit den Worten zitierte:
„Wo niemand uns ansieht, wo die Stille zur Grenze wird…“
Vielleicht ist das eine Anspielung auf sein Bedürfnis, kein passiver Zuschauer, sondern Journalist zu sein.
Der 25-Jährige wurde zuletzt am 5. Mai 2026 gesehen. Er war gerade in einem Einsatz in Briceño, einer Gemeinde im Departamento Antioquia, Kolumbien. Sie ist geprägt von bewaffneten Konflikten. Briceño ist vor allem wegen eines blutigen Machtkampfs zwischen illegalen bewaffneten Gruppen extrem gefährdet. Diese kämpfen um die Kontrolle über lukrative illegale Wirtschaftszweige.
Drei Tage später, am 8. Mai 2026 wurde sein Leichnam durch die gemeinsamen Anstrengungen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz und des Büros des Ombudsmanns von Kolumbien (Defensoría del Pueblo) gefunden.
Hunderte Menschen nahmen am 12.Mai 2026 an der Beerdigung des jungen Journalisten in seiner Heimatstadt teil. Die Gemeinde organisierte „Velatones“ (Mahnwachen mit Kerzen), um Schutz für Journalist:innen zu fordern und zu verlangen, dass dieser Mord nicht ungestraft bleibt.
Quellen: RSF (Reporters Without Borders), Latin American Reports, CPJ (Committee to Protect Journalists), El Pais
Stand der Recherche: August 2026
Text und Portrait: Patty Ferrato
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