Carlos Humberto Cal Ical, * 1979 Guatemala, ermordet 2026 in Guatemala

Carlos Humberto Cal Ical war ein Journalist aus Guatemala. Er wurde 2026 ermordet

Carlos Humberto Cal Ical, * 1979 Guatemala, ermordet 2026 in Guatemala

Carlos Humberto Cal Ical berichtete über die bedrohliche Situation der indigenen Bevölkerung in der ärmsten Region Guatemalas. An ihrem angestammten Land halten sich Großprojekte schadlos, ihnen selbst droht Vertreibung. Wurde er wegen seiner Berichte ermordet?

Carlos Humberto Cal Ical arbeitete viele Jahren als freier Journalist mit den Sendern RADIO TEZULUTLAN und STEREO GERARDI sowie den Medien AL DIA und NOTICIAS LA ESFINGE COBAN zusammen und war auch auf Facebook aktiv. Seit 2008 war er Mitglied der Asociación de Periodistas y Comunicadores Sociales de Alta Verapaz (Verband der Journalisten und Medienschaffenden von Alta Verapaz).

Er berichtete über lokale Ereignisse wie Kulturveranstaltungen, religiöse Feste, soziale Konflikte und über Umweltprobleme. Die Region Alta Verapaz ist ländlich geprägt und gehört zu den ärmsten Regionen Guatemalas. Die vorwiegend indigene Bevölkerung wird systematisch benachteiligt. Den Indigene wird ihr Land streitig gemacht und sie leben in der Gefahr, vertrieben zu werden. Durch Großprojekte wird ihr Wasser und ihre Erde verschmutzt. Sie müssen mit korrupten Strukturen leben und leiden unter der Gewalt seitens der Mächtigen. Daher gilt diese Region auch als besonders gefährlich für diejenigen, die über diese sozialen und ökologischen Konflikte berichten.

Carlos Humberto Cal Ical war am 26. April 2026 in San Cristóbal Verapaz (Alta Verapaz) nachts auf dem Weg nach Hause, als er von Unbekannten überfallen und mit fünf Schüssen getötet wurde. Die Täter konnten fliehen. Rettungskräfte vermochten keine Hilfe mehr zu leisten. 

Die Motive der Täter sind ungeklärt. Mehrere Organisationen (RSF, CPJ, UNESCO, SIP) fordern eine gründliche Untersuchung, weil ein Zusammenhang mit seiner journalistischen Arbeit nicht ausgeschlossen werden kann. Die Regierung veröffentlichte eine Erklärung, in der sie die Ermordung von Carlos Humberto Cal Ical verurteilte, aber Anfragen an die guatemaltekische Staatsanwaltschaft und die Nationale Zivilpolizei blieben bisher unbeantwortet.

(Stand der Recherche: Juli 2026)

Quellen: www.cpj.org, rsf.org, latinus.us/latam

Text: Gerhard Keller

Künstler: Udo Reckmann