
Darwin Baque, * 1987 Ecuador, ermordet 2025
Darwin Baque war ein anerkannter Fachmann für die Berichterstattung über Gewalt und Kriminalität. Er betrieb die Facebook-Informationsseite GUAYAQUIL AL ROJO VIVO mit mehr als 800.000 Abonnenten. Zuvor hatte er als Kameramann für die Fernsehsendung EN CARNE PROPIA des Senders CANAL UNO gearbeitet.
Auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte berichte er täglich über Kriminalität, Gewalt und die öffentliche Sicherheit in den Stadtteilen von Guayaquil. Dabei berichtete er häufig direkt vor Ort aus Gebieten, die stark von kriminellen Aktivitäten betroffen waren.
Darwin Baque hatte am 26. November 2025 zusammen mit anderen Personen gegen 0:30 Uhr eine Familienfeier im Süden von Guayaquil verlassen, als er von zwei bewaffneten Männern auf einem Motorrad aus dem Hinterhalt überfallen wurde. Diese feuerten mindestens zwölf Schüsse ab. Der 38-jährige Baque starb mit mehreren Schusswunden in Rücken und Bauch. Die Angreifer konnten fliehen.
Polizei und Staatsanwaltschaft haben bisher keine Fortschritte in den Ermittlungen gemeldet. Der Fall wird von einer Spezialeinheit untersucht, die für die Aufklärung von Mordfällen und anderen Formen schwerer Gewaltkriminalität in Ecuador zuständig ist.
Bei der Ermordung von Darwin Baque handelt es sich um den zweiten Mord an einem Journalisten in der Provinz Guayas innerhalb eines Monats.
„Die fünf Häfen von Guayaquil haben sich in den letzten Jahren zum Knotenpunkt des weltweiten Kokainhandel entwickelt, obwohl Ecuador selbst kaum Kokablätter anbaut oder Kokain produziert. Vielmehr ist die Hafenstadt der Durchgangskorridor für Kokain aus Kolumbien, Bolivien und Peru auf dem Wege zu den Abnehmern in Europa und den USA. (…) Ein deutlicher Anstieg teils gewalttätiger Kleinkriminalität und Taschendiebstählen ist im ganzen Land zu beobachten, insbesondere in Guayaquíl und Umgebung ist das Überfallrisiko erhöht. 2023 stieg auch die Mordrate im Vergleich zum Vorjahr um 70 %. Im selben Jahr wurden in der Stadt rund 9000 Überfälle gemeldet, hinzu kamen rund 6000 versuchte Raubüberfälle. 60 % der Raubüberfälle auf den Straßen werden von Motochorros begangen, die im Oktober 2022 sogar vor laufender Kamera eine Fernsehreporterin überfielen…“ kann man auf Wikipedia lesen.
Quellen: rsf.org, conexioninformativaec.com, www.elcomercio.com,
wikipedia
Text: Andreas Frey, Januar 2026
Künstlerin: Huriye Genc
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