
Raneen Sawafteh, *Palästina, 2025 im Westjordanland zusammengeschlagen
Raneen Sawafteh ist eine palästinensische Fotojournalistin. Sie arbeitet bei der Nachrichtenagentur REUTERS.
Sie gehörte zu einer Gruppe von etwa zehn Journalisten und Medienmitarbeiter:innen, die sich am 8. November 2025 mit Aktivist:innen, Sanitäter:innen und Dorfbewohner:innen in der Stadt Beita südlich von Nablus versammelte. Dieses Gebiet im Westjordanland ist seit Beginn des Krieges im Gazastreifen 2023 häufig Schauplatz von Angriffen durch radikale jüdische Siedler. Die Gruppe wollte über die Olivenernte berichten.
Nach Angaben der Palästinensischen Journalistengewerkschaft (PJS) starteten Dutzende bewaffnete Siedler einen koordinierten und gezielten Angriff auf die Medienvertreter:innen. Ihnen wurde dabei auch ihre Ausrüstung abgenommen und anschließend zerstört.
AL JAZEERA berichtete, dass sechs von ihnen schwer verletzt wurden: Raneen Sawafteh, der AL JAZEERA-Korrespondent Muhammad Al-Atrash und der Kameramann Luay Saeed, der Fotojournalist Nasser Ishtayeh, der Fotograf Nael Buital von der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur XINHUA und der Sicherheitsberater Grant Bowden, ebenfalls Mitarbeiter von REUTERS.
Der israelische Menschenrechtsaktivist Jonathan Pollak war Zeuge des Vorfalls und der gewaltsamen Prügelattacke auf Raneen Sawafteh. Er erklärte, dass die Siedler, die Sawafteh angegriffen hatten,
„sie gnadenlos verprügelten, sie weiter mit Steinen bewarfen, während sie am Boden lag, und dann alle angriffen, die ihr zu Hilfe kommen wollten“.
Grant Bowden, Sawaftehs Sicherheitsberater, wurde ebenfalls wiederholt geschlagen, als er versuchte, sie zu schützen. REUTERS berichtete, dass beide zum Zeitpunkt des Angriffs deutlich gekennzeichnete Pressewesten und Helme trugen. Sawaftehs Helm wurde später mit einer tiefen Delle gefunden. Sie wurde schließlich zusammen mit Bowden mit dem Krankenwagen ins Stadtkrankenhaus von Nablus gebracht. Sie wurden dort untersucht und medizinisch behandelt.
Die wiederholten Angriffe auf Journalist:innen im besetzten Westjordanland verdeutlichen ein alarmierendes und bewusstes Muster, diejenigen zum Schweigen zu bringen, die die Wahrheit dokumentieren.
Bereits am 10. Oktober 2025 griffen israelische Siedler Olivenpflücker :innen und Journalist:innen mit Stöcken und Steinen gewaltsam an. Der AFP-Fotograf Jaafar Ashtiyeh wurde durch Schläge verletzt, sein Auto wurde mit Steinen beworfen und in Brand gesetzt.
„Wenn ich nicht hätte fliehen können, hätten sie mich getötet“,
sagte er später. IFJ-Generalsekretär Anthony Bellanger sagte:
„Diese anhaltenden Angriffe auf Journalisten und Medienmitarbeiter sind verabscheuungswürdig. Solche Verstöße, die in der Regel mit dem vollen Wissen der israelischen Besatzungstruppen und unter deren Schutz begangen werden, stellen nicht nur einen direkten Angriff auf die Pressefreiheit dar, sondern auch auf die grundlegendsten Menschenrechte. Wir verurteilen die Kultur der Straflosigkeit, die solche Gewalttaten ermöglicht …“.
Die Olivenerntezeit in den palästinensischen Gebieten, die im Oktober begann, war von einer Welle von Angriffen durch Siedler geprägt.
Das Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten teilte mit, dass es im Oktober 264 Angriffe von Siedlern auf Palästinenser:innen im Westjordanland registriert habe. (Stand der Recherche: November 2025)
Quellen: reuters.com, independent.co.uk, ifj.org
Text: Gerhard Keller
Portrait: Annette Finze
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