Manuel Alejandro Moreno Serna „Alex Serna“, *1987 Mexiko, ermordet 2026 

Manuel Alejandro Moreno Serna "Alex Serna" war ein Journalist aus Mexiko. Er wurde 2026 entführt und ermordet.

Manuel Alejandro Moreno Serna „Alex Serna“, *1987 Mexiko, ermordet 2026 

Wenige Tage nach seinem Verschwinden veröffentlichte das Nachrichtenmedium AL PUNTO GUERRERO eine Tonaufnahme, in der der mexikanische Umweltjournalist Manuel Alejandro Moreno Serna, bekannt als Alex Serna, um Hilfe bittet. Er sagte, er werde gegen seinen Willen festgehalten – als Vergeltung für seine Recherchen zu schweren Umweltschäden im Gebiet des Flusses Salitreras.

Alex Serna berichtete über Umweltzerstörung, Wassermanagement und mutmaßliche Korruption lokaler Behörden und Unternehmen. Er veröffentlichte seine Berichte hauptsächlich auf Facebook, YouTube und Instagram. 

In seinem letzten Beitrag, der am 20. Juni, dem Tag seines Verschwindens, veröffentlicht wurde, erhob er Vorwürfe gegen ein ausländisches Unternehmen, das Mangos trocknet. Seinen Recherchen zufolge soll das Unternehmen Wasser aus dem Fluss Salitreras in der Region um Zihuatanejo entnehmen, ohne über die erforderlichen Umweltgenehmigungen zu verfügen.

Auch seine früheren Beiträge befassten sich oft mit Umweltthemen. In einem Video hatte er die Kommunalverwaltung von Zihuatanejo beschuldigt, Bäume zu kommerziellen Zwecken zu fällen.

Vor seinem Verschwinden hatte er öffentlich gemacht, dass er über anonyme Social-Media-Accounts bedroht worden war. Die Absender behaupteten, seinen Aufenthaltsort zu kennen, und forderten ihn auf, seine Recherchen einzustellen.

Obwohl die mexikanische Regierung über Programme zum Schutz von Journalist:innen verfügt, stand er nicht unter staatlichem Schutz.

Am 3. Juli bestätigte die Menschenrechtskommission des Bundesstaates Guerrero den Fund der menschlichen Überreste am Rand einer Autobahn. 

Reporter ohne Grenzen (RSF) fordert die mexikanischen Behörden auf, den Fall umgehend unabhängig und umfassend aufzuklären. Serna ist bereits der fünfte Journalist, der in Mexiko seit Jahresbeginn ermordet wurde.

„Der Mord an Alex Serna zeigt, dass Journalist:innen in Mexiko weiterhin auf grausamste Weise zum Schweigen gebracht werden. Und das nur, weil sie ihre Arbeit machen und die Öffentlichkeit über Missstände informieren“, sagt Maren Pfalzgraf, RSF-Pressereferentin für Lateinamerika. „Die mexikanischen Behörden müssen die Täter unbedingt zur Rechenschaft ziehen, damit die grassierende Straflosigkeit endlich ein Ende nimmt.“

Auch die Journalistin Roxana Guzmán wurde am 2. Juni entführt und ihr Tod Anfang Juli bestätigt. Sie filmte, wie Unbekannte sie bedrohten und ihre Haustür aufbrachen.

Besonders Recherchen zu Korruption, organisierter Kriminalität und Umweltverbrechen bringen Medienschaffende in Lebensgefahr. Im Bundesstaat Guerrero wurden im Jahr 2025 bereits die Journalisten José Carlos González Herrera und Ronald Paz Pedro erschossen.

Quellen: rsf.org, posteo.de, elpais.com

Künstlerin: Beatrice Adloff

Text: Gerhard Keller, August 2026