Manuel Calloquispe Flores, * Peru, seit 2011 in Peru bedroht

Manuel Calloquispe Flores ist ein Journalist aus Peru. Er wird seit 2011 bedroht.

Manuel Calloquispe Flores, * Peru, seit 2011 in Peru bedroht

Der peruanische Journalist Manuel Calloquispe berichtet seit über einem Jahrzehnt über den illegalen Goldabbau in der Region Madre de Dios im Amazonasgebiet. Ursprünglich hatte er nicht geplant, Journalist zu werden, sondern studierte Betriebswirtschaft. Nach seiner Rückkehr aus der Hauptstadt Lima erkannte er jedoch das Ausmaß der Zerstörung der Region und der Natur durch den Bergbau vor Ort. Er war der erste lokale Journalist, der über das Thema berichtete. Seine Recherchen veröffentlicht er auf lokalen Plattformen wie INFOREGION und arbeitet zudem mit internationalen Partnern wie FORBIDDEN STORIES und MONGABAY LATAM zusammen. Dabei dokumentiert er sowohl die Zerstörung des Regenwaldes als auch die kriminellen Strukturen hinter dem Goldabbau insbesondere rund um die Goldgräberstadt La Pampa.

Aufgrund seiner Arbeit ist Calloquispe seit Jahren Bedrohungen, Einschüchterungen und Verleumdungskampagnen ausgesetzt. Seine investigativen Berichte über illegalen Goldabbau, insbesondere die Aktivitäten der Gruppe Guardianes de la Trocha und deren internen Konflikte, brachten ihn in direkte Gefahr. Calloquispe enthüllte Gewalttaten und Korruption im Zusammenhang mit dieser kriminellen Organisation, und auch wennWaffen beschlagnahmt wurden. Calloquispe war 2023 bereits körperlich angegriffen worden, seine Ausrüstung wurde gestohlen und er war mehrfach gezwungen worden, unterzutauchen. Am 28. August 2025, kurz vor der Veröffentlichung einer wichtigen Recherche über einen der beiden Bandenführer und dessen Waffenarsenal erhielt Calloquispe einen Anruf mit direkter Todesdrohung von einem Lieutenant der Gang. Dieser warnte ihn, dass er und seine Familie getötet werden würden, sollte der Artikel veröffentlicht werden. Die Drohungen führten dazu, dass er Puerto Maldonado verließ und zum vierten Mal seit 2011 untertauchen musste. Mit Calloquispes Einverständnis setzten FORBIDDEN STORIES und MONGABAY LATAM seine Arbeit vor Ort in Madre de Dios fort. Im Januar 2025 trat er zudem dem SafeBox-Netzwerk bei, um sensible Dokumente zu schützen.

Madre de Dios ist Perus bedeutendste Region für Goldförderung und vom illegalen Goldabbau geprägt. Die Abholzung des Regenwaldes hängt direkt mit dem Goldabbau zusammen. Seit dem Bau der neuen asphaltierten Straße im Jahr 2011, die die Region leichter zugänglich macht, ist der Waldverlust um 425 % gestiegen. Die kriminelle Gruppe Guardianes de la Trocha kontrolliert die Goldminen in Madre de Dios und verbreitet Angst und Schrecken. Ein Schweigekodex lässt die Opfer verstummen. Gleichzeitig gelingt es den peruanischen Behörden kaum, gegen den illegalen Bergbau vorzugehen. Einsätze führen selten zu Verhaftungen. Die weit verbreitete Korruption macht staatliche Maßnahmen weitgehend wirkungslos.

Seit 2022 wurden in Peru 194 Angriffsereignisse gegen Journalist:innen dokumentiert, bei denen 251 Personen Opfer wurden. Die UN-Menschenrechtsorganisation in Peru verfolgt den Fall von Calloquispe Flores seit 2022 und unterstützte ihn dabei dreimal durch internationale Selbstschutz-Zuwendungen. (Stand der Recherche: März 2026)

Quellen:

https://monde-diplomatique.de/artikel/!6126834

“I’ll rip your head off”: In Peru, the Guardianes de la Trocha gang controls the gold mines and spreads terror across La Pampa

https://www.ohchr.org/en/stories/2025/05/life-peril-unearth-truth

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Künstlerin: Paula Lucassen

Text: Paula Lucassen