Memetjan Abdulla, * 1977 in China / Xinjiang, verhaftet 2009 in China / Xinjiang

Memetjan abdulla ist ein journalist auch China. Er sitzt seit 2010 im Gefängnis.

Memetjan Abdulla, * 1977 in China / Xinjiang, verhaftet 2009 in China / Xinjiang

Der aus Karamay /Xinjiang stammende Redakteur Memetjan Abdulla absolvierte ein Studium an der Communication University of China.

Er arbeitete acht Jahre lang für den uigurischen Dienst des chinesischen Staats-Rundfunks CNR. Auch übersetzte er Texte vom Chinesischen ins Uigurische für die Website SALKIN.

Nachdem ihm vorgeworfen wurde, Unruhen angezettelt, ausländische Journalisten informiert und einen illegalen Protest organisiert zu haben, wurde er im April 2010 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Anlass hierfür waren die Massenunruhen 2009 in Ürümqi, der Hauptstadt des Uigurischen Autonomen Gebietes Xinjiang im Nordwesten Chinas.

Abdulla wird beschuldigt, einen chinesischsprachigen Protestaufruf übersetzt und auf der uigurischsprachigen Website SALKIN veröffentlicht zu haben. Der Aufruf sei vom in München sitzenden „Uigurischen Weltkongress“ gekommen und er habe in seiner Freizeit als Betreiber und Reporter für SALKIN gearbeitet. 

Der Protestaufruf rief zur Solidarität mit uigurischen Wanderarbeitern auf, die von Han-Chinesen überfallen worden waren. Was war geschehen?

Im Juni 2009 wurden bei gewalttätigen Auseinandersetzungen in einer Fabrik 118 Uiguren verletzt. Als Reaktion darauf brachen am 1. April 2010 die sogenannten „Shaoguan Incident Unruhen“ aus, welche als friedliche Proteste starteten und niedergeschlagen wurden. 

Die beteiligten Uiguren, darunter auch Abdulla, wurden Mitte Juli 2009 festgenommen und erhielten die Todesstrafe oder wurden zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt. Dem  damals 33-jährigen Journalisten Memetjan Abdulla wurde vorgeworfen, bei Protesten mit ausländischen Journalisten gesprochen und staatsfeindliches Gedankengut verbreitet zu haben. 

Über sein Verhör und den Prozess gibt es kaum zugängliche Informationen. Über das Urteil wurde im Dezember 2010 von RADIO FREE ASIA berichtet: bei dem nicht-öffentlichen Prozess sei ein anonymer Zeuge anwesend gewesen, über den nichts weiteres herauszufinden war. 

Nach „Xinjiang Victims Database“, einer crowd-funded Datenbank, welche die Massenverhaftung und Umerziehung von Minderheiten in China dokumentiert, wird Abdulla im Gefängnis in Wusu festgehalten. Da die „Zhongxin Agriculture, Industry, and Commerce LLC“ vom Wusu-Gefängnis aus operiert, bestehe die Wahrscheinlich, daß der Journalist seitdem dort Zwangsarbeit verrichten muss.

CPJ kontaktierte im Oktober 2023 den Staatsdienst in Xinjiang wegen seines Falls, worauf keine Reaktion folgte. Ob er einen Verteidiger hat, ein mögliches Freilassungs-Datum oder ob er seine Familie kontaktieren kann – darüber gibt es keine Informationen. 

Quellen: CPJ-Committee to protect Journalists,World Uyghur Congress, Human Rights House Foundation, Independent Chinese PEN Center

Künstlerin: Lilly Singer