
Miguel Ángel Beltrán Martinez, *1965 Mexiko, 2025 ermordet
Der aus dem mexikanischen Bundesstaat Durango stammende Journalist Miguel Ángel Beltrán arbeitete hauptsächlich im Bereich Sport, beschäftigte sich aber auch mit sozialen Themen. LA VOZ DE DURANGO und CONTEXTO sind nur zwei beispiele für die verschiedene lokale Medien, auf denen er veröffentlichte. Im Laufe seiner Karriere war er außerdem als Sprecher der Gewerkschaft der Bildungsarbeiter (SNTE) in der Region tätig.
In den letzten Jahren hatte er seine Arbeit in die digitale Welt verlagert. Dort unterhielt er einen Blog und Konten in sozialen Netzwerken. Auf TikTok gab er sich als „El Capo” zu erkennen, auf Facebook als „La Gazzeta Dgo”.
Miguel Ángel Beltrán wurde am Samstag, den 25. Oktober an einer Autobahn zwischen Durango und Mazatlán tot aufgefunden. Die Leiche war in eine Decke gewickelt, daneben wurde eine Nachricht gefunden, auf der stand:
„Weil du falsche Anschuldigungen gegen die Menschen in Durango erhoben hast“.
Solche Nachrichten werden von Drogenkartellen häufig als Warnung für alle hinterlassen, die es wagen, ihnen in die Quere zu kommen. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass Beltrán Martínez vor seiner Ermordung bereits Drohungen erhalten hatte.
In einem Video, das er wenige Tage vor seiner Ermordung veröffentlicht hatte, berichtete er über die Festnahme eines Anführers von Cabrera Sarabia, einer in Durango aktiven Drogenbande. Sie konkurriert mit den mächtigen Kartellen Sinaloa und Jalisco Nueva Generatión.
Der 60-jährige Beltrán wurde am Sonntag von seinem Sohn identifiziert, der angab, ihn zuletzt am vergangenen Donnerstag gesehen zu haben, als beide zur Arbeit gingen. Miguel war nicht nach Hause zurückgekehrt.
Mexiko bleibt das gefährlichste Land für Journalistinnen und Journalisten in Nord- und Südamerika. Insbesondere Medienschaffende, die über organisierte Kriminalität, Korruption und Menschenhandel berichten, sind mit systematischer Gewalt konfrontiert. Einschüchterungen, gewalttätige Übergriffe, Entführungen und Morde sollen kritische Stimmen zum Schweigen bringen. Der Staat ist weitgehend untätig und Verbrechen bleiben meist völlig unbestraft.
Miguel Ángel Beltrán ist der letzte von neunten Journalisten, die 2025 in Mexiko aufgrund seiner Arbeit getötet wurden.
(Stand der Recherche: Februar 2026)
Quellen: www.nacion321.com, www.reporter-ohne-grenzen.de, www.wikipedia.de
Text: Gerhard Keller
Künstlerin: Paula Lucassen
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