
Muammar Ibrahim, * Sudan, 2025 von Rebellen verschleppt und seitdem in Haft
Der freie Journalist Muammar Ibrahim arbeitete zuletzt
für den Sender AL-JAZEERA aus Katar.
Er berichtete seit rund zwei Jahren in seinen Sendungen aus El-Fasher, der Hauptstadt des sudanesischen Bundesstaates Nord-Darfur. Die Stadt war mehr als 560 Tage von den Rebellen der „Rapid Support Forces“ (RSF), die von den Vereinigten Arabischen Emiraten finanziert werden, belagert und angegriffen worden. Ibrahim zeigte in seinen Reportagen das Leid und die große Hungersnot der Bevölkerung. Er gehörte zu den wenigen Journalisten, die in der Stadt geblieben waren.
Am 26. Oktober wurde El-Fasher von den Rebellen eingenommen, dabei kam es zu Vergewaltigungen und Plünderungen. Laut UN gibt es zudem „glaubwürdige Beweise für Massentötungen“. Muammar Ibrahim wurde beim Versuch, die Stadt zu verlassen, von den Rebellen verhaftet. Die RSF werfen ihm „Anstiftung zur Zwietracht“ und „Verbreitung falscher Informationen“ vor.
Es wurden mehrere Videos des festgenommenen Journalisten veröffentlicht. In einem Video erklärt Ibrahim, umringt von RSF-Kämpfern, dass er ein neutraler Journalist sei, der weder auf der Seite der RSF noch auf der der sudanesischen Armee stehe. In einem anderen Video kauert Ibrahim auf dem Boden und er soll sagen, dass er gut behandelt werde. Später schlagen RSF-Rebellen ihm mit den Händen auf den Kopf.
Niemand weiß, wo sich Ibrahim befindet, es wurde ihm nicht erlaubt, Kontakt zu seinen Angehörigen oder zu einem Anwalt aufzunehmen.
(Stand der Recherche: Dezember 2025)
Quellen: Reporter-ohne-Grenzen.de, globalvoices.org, aljazeera.com
Text: Andreas Frey
Künstlerin: Susanne Köhler
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.