Pedro Ronald Paz, *Mexiko, ermordet 2025

Petro Ronaldo Paz war ein Journalist aus Mexiko. Er wurde 2025 ermordet

Pedro Ronald Paz, *Mexiko, ermordet 2025

„Leider hat die Stadtverwaltung einen Teil der Straße aufgerissen, sagte er. „Aber wie Sie sehen können, haben sie den Schutt zurückgelassen, und es gibt keine Anzeichen für Fortschritte. Menschen, die hier entlanggehen, könnten leicht in dieses Loch fallen. Sie sind einfach gekommen und haben ein Chaos hinterlassen.

In diesem, seinem letzten Beitrag, berichtete Pedro Ronald Paz live am 9. Juli 2025 in Zivilkleidung über ein Schlagloch im Stadtteil Progreso. In dem Video, das er aufgenommen hatte, um auf das riesige Loch vor dem Rathaus aufmerksam zu machen, kritisiert er den Zustand der Straße.

„Ich bin wieder da, euer Freund Ronald NOTIEXPRESS Paz Pedro“, begann er in seinem Live-Stream und beschrieb sich selbst als „denjenigen, der sich der Berichterstattung widmet; ich bin ein begeisterter Nachrichtenfan und teile sie täglich mit euch“.

Anschließend übte er Kritik an der für den Stadtteil El Progreso in Acapulco zuständigen Stadtverwaltung.

„Alles, was die Regierung nicht will, dass du es siehst, teilen wir“, sagte er in diesem, seinem letzten Video. „Jede Nachricht, die zensiert wird, veröffentlichen wir“.

15 Minuten später wurden 17 Schüsse aus nächster Nähe von einer Gruppe bewaffneter Männer auf ihn abgefeuert. Er überlebte es nicht.

Schon im Jahr 2019 hatte Pedro Drohungen angezeigt, die er seitens des damaligen Polizeichefs erhalten hatte.

In den sozialen Netzwerken als ‚NotiExpress‘ bekannt, verband er Bürgerbeschwerden mit Berichterstattung. Sein Stil war es, unverfälschte, unzensierte Bilder zu zeigen, damit die Öffentlichkeit direkt und ungefiltert sehen konnte, was geschah. Er hatte mehr als 15.000 Follower auf Facebook.

Ronald Paz Pedro hatte die Marinekadettenschule „Virgilio Uribe“ und das Technologische Institut von Acapulco besucht. Er war verheiratet und Vater zweier Kinder.

Laut Medienberichten von 2025 wurde der ehemaligen Bürgermeisterin von Acapulco, Abelina López Rodríguez, von der obersten staatlichen Rechnungsprüfungsbehörde Amtsmissbrauch vorgeworfen. Sie soll keine Rechenschaft über rund 48 Millionen Dollar an Bundesmitteln abgelegt haben. Dieses Geld hatte ihre Verwaltung im Jahr 2023 verwendet.

Der Tod von Paz ist kein Einzelfall. Laut EL BLOG DEL NARCO ist Acapulco – trotz seines Rufs als eines der beliebtesten Reiseziele Mexikos – für Journalist:innen und Betreiber:innen digitaler Nachrichtenportale zunehmend gefährlich geworden.

Am 15. Mai 2025 wurde José Carlos González Herrera, bekannt als „El Ave Fénix“ und Direktor des Portals EL GUERRERO, OPINION CIUDADANA, im Stadtzentrum erschossen. Zwei Jahre zuvor hatte er einen Mordanschlag überlebt.

Der Bundesstaat Guerrero zählt seit langem zu den gewalttätigsten in Mexiko. Nach Behördenangaben wurden in Guerrero in der ersten Hälfte des Jahres 2025 736 Morde verzeichnet. Das entspricht durchschnittlich vier Morden pro Tag.

Insbesondere die Gewalt gegen Journalist:innen nimmt in ganz Mexiko weiter zu. Von 2023 bis Mitte 2026 wurden in Mexiko nach Angaben von Article19 und ROG mindestens 19 Journalist:innen im Zusammenhang mit ihrer Arbeit ermordet.

Im ganzen Land sind Medienmitarbeiter häufig Ziele – oft als direkte Vergeltung für Berichte über Korruption, Kartellaktivitäten und andere Formen der organisierten Kriminalität.

In den letzten fünf Jahren wurden laut demselben Bericht nur in Gaza (159) und der Ukraine (59) mehr Journalisten getötet als in Mexiko (55).

Quellen: latintimes.com, Article 19, ROG, jornada.com, heraldodemexico.com

Text: Daniela Gillert und Gerhard Keller, Juni 2026

Künstlern: Daniela Gillert