Ricardo Zúñiga Rosas, *1991 Mexiko, ermordet 2026

ricardo zuniga rosas war ein journalist aus Mexiko. Er wurde 2026 ermordet.

Ricardo Zúñiga Rosas, *1991 Mexiko, ermordet 2026

„Sollte mir etwas zustoßen, wisst Ihr Bescheid.“ Der junge Journalist informierte die Öffentlichkeit über Unstimmigkeiten beim Betrieb einer Mülldeponie vor Ort und den Umgang mit öffentlichen Geldern. „Wenn Du Deine Berichterstattung fortsetzt, wird das Konsequenzen haben!“ drohte ihm ein Anrufer. Vier Monate später wurde er erschossen.

Ricardo Zúñiga Rosas war Lokaljournalist und Fotograf.

Er berichtete vor allem auf seiner Facebook-Seite mit rund 13.000 Follower:innen und auf seinen YouTube-Kanal RICHIE TV. Auf seinen Kanälen berichtete über öffentliche Bauprojekte, den nachlässigen Umgang mit öffentlichen Geldern und andere brisanten Themen aus der Gemeinde. Er zeigte Fotos und Videos und übertrug Beschwerden von Bürger:innen live.

Als er wegen seiner Berichterstattung bedroht wurde, machte er dies öffentlich. So zum Beispiel im Mai 2026.

Auf Facebook berichtete der Journalist, dass er am 3. April einen Drohanruf erhalten hatte. Eine unbekannte Person habe ihn aufgefordert, nicht mehr über bestimmte Angelegenheiten im Zusammenhang mit der Kommunalverwaltung zu berichten. Explizit ging es um den Betrieb der örtlichen Mülldeponie, die Verwendung öffentlicher Gelder und kommunale Bauprojekte. Sollte er seine Berichterstattung fortsetzen, werde dies Konsequenzen für ihn haben.

„Sollte mir etwas zustoßen, wisst Ihr Bescheid.“

Keine drei Monate später, am 29. August 2026, hielt sich der Journalist in einem Geschäft in Santa Cruz Atopoltitlán in der Gemeinde Tehuitzingo im Süden von Puebla auf. Plötzlich kamen zwei Männer herein und schossen auf den 35-Jährigen. Schwer verletzt wurde Zúñiga in ein Krankenhaus gebracht. Bei seiner Ankunft war er jedoch bereits tot.

Der Mord an Zúñiga ereignete sich nur drei Tage nach einem gemeinsamen Appell von RSF und mehr als 40 mexikanischen Medien. Am 26. August hatten sie Präsidentin Claudia Sheinbaum und die Justizbehörden aufgefordert, angesichts der anhaltenden Gewalt konkrete Maßnahmen zum Schutz von Journalist:innen zu ergreifen.

Bereits am 6. August hatte RSF gemeinsam mit der Menschenrechtsorganisation Article 19, dem Committee to Protect Journalists (CPJ) und der Organisation Propuesta Cívica die Generalstaatsanwältin des Bundesstaates Puebla getroffen und auf die dringend notwendige Stärkung von Schutzmaßnahmen für Journalist:innen hingewiesen.

Mexiko bleibt eines der gefährlichsten Länder für Medienschaffende.

(Stand der Recherche Oktober 2026)

Quellen: Reporter ohne Grenzen, posteo.de/news

Text: Susanne Köhler

Künstlerin: Beatrice Adloff