Hareth Humaid, * Jemen, 2015 entführt und von der Todesstrafe bedroht

Hareth Humaid, * Jemen, 2015 entführt und von der Todesstrafe bedroht

Hareth Humaid ist Leiter der Nachrichtenabteilung bei YEMEN REVOLUTION PRESS. Der Journalist berichtete über Menschenrechtsverletzungen der Houti-Rebellen, ihren Entführungen und Bombardierungen von Zivilisten. Er produzierte täglich eine Nachrichtensendung mit den neuesten Verstößen. Die letzte Ausgabe war die Nr. 54.

Am 9. Juni 2015 hielt sich Hareth Humaid mit acht weiteren Journalisten in einem Hotelzimmer in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa auf. Das Hotel war einer der wenigen Orte in der Stadt mit Strom und einer Internetverbindung. Die Journalisten arbeiteten jeweils für verschiedene Medien; einige dieser Medien wendeten sich offen gegen die bewaffnete Gruppe der Huthi, während andere der sunnitisch-islamistischen Oppositionspartei Al-Islah nahestanden, dem jemenitischen Zweig der Muslimbruderschaft. An diesem Morgen um 4 Uhr stürmten bewaffnete Männer das Hotelzimmer und entführten die Journalisten.

Die Journalisten wurden heimlich innerhalb der Hauptstadt Saana von einem Gefängnis in ein anderes verlegt und gewaltsam verhört. Folter und wiederholte Schläge hinterließen laut der Vereinigung der Mütter der Entführten schwerwiegende physische und psychische Folgen.

Drei Jahre lang, bis Dezember 2018, waren die Journalisten ohne Anklage und Gerichtsverfahren in Haft. Dann wurden sie verhört und im Beisein ihrer Rechtsbeistände angeklagt. Die Anklage lautete: „Spionage für Saudi-Arabien“, „Erstellung von mehreren Websites für das Internet und die Sozialen Medien“ und „Verbreiten von Gerüchten, Fake News und Erklärungen über Sender, die den Feind Saudi-Arabien und seine Verbündeten gegen die Republik Jemen unterstützen“. Ohne die Anwesenheit ihrer Anwälte verurteilte das Gericht am 11. April 2020 Hareth Hamid, Akram al-Walidi, Abdel Khaleq Amran und Tawfiq al-Mansouri zum Tode. Die anderen angeklagten Kollegen erhielten Haftstrafen.

Quellen: Reporter ohne Grenzen, Amnesty International

Künstler: Gerd Wild