Murat Sabuncu * 1971 Türkei, in Haft von Oktober 2016 bis März 2018, vorübergehend frei

Murat Sabuncu ist Journalist und seit dem Rücktritt Can Dündars im August 2016 Chefredakteur der linksliberalen Oppositionszeitung CUMHURIYET („REPUBLIK“).

Im Oktober 2016 wurde er bei einer Verhaftungswelle gegen Oppositionelle festgenommen. Ihm wurde zur Last gelegt, die „terroristische“ PKK und die Bewegung von Fethullah Gülen unterstützt zu haben.

Im März 2018 wurde Sabuncu vorübergehend freigelassen, zusammen mit Ahmet Sik. Sabuncu sagte: „Die Probleme der Türkei sind nicht gelöst, nur weil wir freigelassen worden sind.“ Die Europadirektorin der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, Gauri van Gulik, nannte die Freilassungen „lange überfällig“ und sprach von einem „Hoffnungsschimmer“.

Die Türkei gehört zu den Ländern mit den meisten inhaftierten Journalisten weltweit. Nach dem Putschversuch im Juli 2016 wurden weit über 100 Journalisten verhaftet, rund 150 Medien geschlossen und mehr als 700 Presseausweise annulliert. Kritische Journalisten stehen unter Generalverdacht. Die wenigen noch verbliebenen unabhängigen Medien arbeiten in ständiger Angst. Wiederholt wurde ausländischen Journalisten die Akkreditierung verweigert oder die Einreise verwehrt. Daneben ersticken die politischen und wirtschaftlichen Verflechtungen vieler wichtiger Medienbesitzer eine kritische Berichterstattung im Keim.

2018 sind immer noch 32 Journalisten wegen ihrer journalistischen Tätigkeit in Haft.  Die Türkei gehört auch 2018 zu den Ländern mit den meisten inhaftierten Journalisten weltweit.

Quelle: Reporter ohne Grenzen, Wikipedia

Künstler: Fritz Giersbach