Alaa Mohammed, * Syrien, ermordet 2026

Alaa Mohammed war ein Journalist aus Syrien. Er wurde 2026 ermordet

Alaa Mohammed, * Syrien, ermordet 2026

„Möge Gott sich deiner erbarmen.“

Dieser von Alaa Mohammed gesprochene Satz, auf seinem letzten Video, steht für das Denken und Fühlen des syrischen Journalisten. Am 21.Februar 2026 wurde er tot in seinem Haus in Latakia aufgefunden. Die genauen Umstände seines Todes blieben unklar. 

Mohammed war zunächst als Sportjournalist bekannt, bevor er nach dem Sturz des ehemaligen Präsidenten Bashar al-Assad seinen Schwerpunkt auf politische Angelegenheiten in Syrien verlagerte. Alaa Mohammed gehörte der alawitischen Minderheit an und betrieb den YouTube-Kanal ALAA_NEWS. Dort veröffentlichte er täglich Videos.

In seinen Sendungen beschäftigte er sich mit den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Syrien und dem Nahen Osten. Wiederholt thematisierte der Journalist die Angst vieler Minderheiten vor weiterer Gewalt, Instabilität und gesellschaftlicher Spaltung nach Jahren des Krieges. Ebenso kritisierte Alaa Mohammed den Machtmissbrauch, die Korruption und die Einflussnahme ausländischer Staaten auf Syrien. 

Mohammeds Sohn Hassan berichtete dem CPJ, sein Vater sei am 21. Februar 2026 allein in seinem Zweitwohnsitz im Dorf Nini gewesen, wohin er von der Familienresidenz in der Stadt Jableh gereist war. 

„Er wurde mit einem scharfen Gegenstand von hinten getötet, entgegen den Berichten, wonach er erschossen worden sei“, sagte Hassan.

„Der Vorfall ereignete sich zwischen 20 und 21 Uhr. Wir kennen nicht alle Details darüber, wer die Tat begangen hat. Es gibt einige Verdächtige, und die Ermittlungen dauern noch an“, fügte er hinzu.

Hassan sagte, es habe keine persönlichen oder familiären Streitigkeiten gegeben, die zu dem Mord hätten führen können. „Es mag ideologische oder politische Meinungsverschiedenheiten mit einigen Leuten gegeben haben, aber ich kann niemanden beschuldigen oder das einer bestimmten Person unterstellen. Niemand hat die Täter gesehen.“

In der syrischen Provinz Latakia, der Heimat der alawitischen Minderheit, der die Assad-Familie angehörte, ist es zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen, seit die neue Regierung im Dezember 2024 nach 14 Jahren eines verheerenden Bürgerkriegs an die Macht kam. Mehr als 1.400 Menschen, überwiegend alawitische Zivilisten, wurden Anfang 2025 bei konfessionellen Zusammenstößen getötet, wobei regierungstreuen Kräften vorgeworfen wurde, eine Welle von Rachemorden an Anhängern des ehemaligen Machthabers ausgelöst zu haben.

Viele sahen in Alaa Mohammed eine Stimme, die versuchte, komplexe Entwicklungen verständlich einzuordnen. Mit seinen Kommentaren erreichte er ein Publikum, das zwischen Kriegsmüdigkeit, politischem Misstrauen und dem Wunsch nach Stabilität schwankt. 

Organisationen zum Schutz von Journalistinnen und Journalisten fordern nun eine unabhängige Untersuchung seines Falls. 

Alaa Mohammed steht exemplarisch für die Gefährdung von Medienschaffenden in Syrien, die sich in einem von Krieg, politischen Spannungen und konkurrierenden Machtinteressen geprägten Umfeld öffentlich äußern.

Quellen: Committee to Protect Journalists (CPJ), YouTube-Kanal ALAA_NEWS

Text: Konstantin Stojanov

Künstler: Konstantin Stojanov