Ardiansyah Matra’is,  *1981 Indonesien, ermordet 2010

Ardiansyah Matra´is war ein Journalist aus Indonesien. Er wurde 2010 ermordet.

Ardiansyah Matra’is,  *1981 Indonesien, ermordet 2010

Geboren wurde Ardiansyah in Merauke, einer kleinen Stadt in der indonesischen Provinz Papua, in der große politische Instabilität herrscht. Die dort seit Jahrzehnten andauernden Unabhängigkeitsbestrebungen sind hauptsächlich dafür verantwortlich. Zunächst arbeitete er in einem Elektroladen, dann wurde er für den nationalen Sender ANTV als freiberuflicher Journalist tätig und später bei dem lokalen Sender MERAUKE TV angestellt.

Ardiansyah Matra’is berichtete unter anderem über illegale Abholzungen von Regenwald – mutmaßlich initiiert von Militäroffizieren vor Ort. In der Woche vor seinem Tod erhielten er und einige seiner Kollegen per SMS-Text Todes-Drohungen. Darin wurde ihnen geraten, ihre Arbeit zu verändern, da ihre „persönlichen Daten den Verfassern bekannt sind“. Dies geschah kurz vor den lokalen Wahlen.

Am 30. Juli 2010, zwei Tage nachdem ihn seine Familie als vermisst gemeldet hatte, wurde der 29-Jährige nahe des Flusses in Merauke tot aufgefunden. Die Polizei ging von einem Selbstmord aus, da Matra’is an einer Depression litt. Bei der Bergung der Leiche berichteten allerdings anwesende Journalisten von Spuren einer Folterung. Die Polizisten bestritten dies. Die Familie des Journalisten ließ keine Autopsie durchführen, da dies in islamischen Kulturen nicht üblich ist.

Bob Dietz, der Koordinator des CPJ Asien Programms, verurteilt Matra‘is Tod und kritisiert zu wenig Aufklärung von Seiten der Stadt und des Staats.

Reporter ohne Grenzen forderte einen Tag, nachdem sein Leichnam gefunden worden war, Aufklärung einer möglichen Verbindung zwischen den erlittenen Drohungen und seinem Tod. Zudem wurde betont, dass die lokale Polizei die Täter intensiver verfolgen muss, da nur so eine freie Presse erhalten werden kann. Dies sei wichtig, da das Berichten über illegale Rodungen von Regenwald in Indonesien immer wieder eine Gefährdung für Journalisten darstelle.

Quellen: engagemedia.org

Cpj.org;  beritasatu.com;  rsf.org

Künstler: Jesse Lucassen

Text: Jesse Lucassen