
Elvis Gono, * Liberia, vorübergehend festgenommen 2016 in Liberia
Elvis Gono ist für viele Journalisten in Kataka „wie ein Vater“ oder „selbstloser großer Bruder“, ein Mentor und Lehrer in ihrem Beruf.
Am 5. April 2026 begleiteten vier Journalisten einen Abgeordneten, der in laufendes Straßenausbesserungsprojekt in der Gemeinde Konotah im Township Borlola im Margibi County inspizierte.
Elvis Gono, Korrespondent des LIBERIA BROADCASTING SYSTEM (ELBC), Willie Jomah von CLASSIC FM, Ackollie Nanakpallah von einer Online-Plattform und der freiberufliche Reporter Ramsey Sengbe, der für den DAILY OBSERVER tätig ist.
Sie wollten darüber in ihren jeweiligen Medien berichten. Doch der Projektstandort soll sich in der Nähe eines traditionellen Poro-Schreins befunden haben, was möglicherweise Auslöser für die dann folgende Konfrontation war. Denn die vier Journalisten wurden von Mitgliedern der traditionellen Poro-Gesellschaft festgenommen.
Der Ausdruck „Poro (Purrah, Purroh)“ bezeichnet einen in Sierra Leone und Liberia verbreiteten Geheimbund. Westafrikas indigene Bevölkerung benutzt diese „Secret societies“, zu denen auch die „Neegee Society“ und die „Leopard Society“ gehören, um traditionelles Wissen und die sozialen Strukturen der Gesellschaft zu bewahren. Man nennt sie auch „Country Devil“.
Vier Tage später bezeichnete die PUL die Aktion öffentlich als „rechtswidrige Festnahme“ und als direkte Bedrohung demokratischer Werte.
Journalisten müssten ihre Arbeit ohne Angst oder Einmischung verrichten können. Die Gewaltsame Festnahme der Journalisten stelle einen gefährlichen Angriff auf die Pressefreiheit dar und untergrabe die demokratischen Grundlagen Liberias.
Schließlich wurden sie in zwei Phasen freigelassen. Elvis Gonowurde noch am selben Tag, nachdem angeblich durch traditionelle Rituale festgestellt worden war, dass er Mitglied der Poro-Gesellschaft ist. Seine Kollegen Nanakpallah, Jomah und Sengbe blieben sechs Tage in Haft. Es wird vermutet, daß sie nach einer erzwungenen Durchführung von Ritualen, durch die sie in die Poro-Gesellschaft aufgenommen wurden, freigelassen wurden.
Die betroffenen Journalisten lehnten es ab, öffentlich über die Einzelheiten ihrer Tortur zu sprechen und beriefen sich dabei auf kulturelle Einschränkungen, die die Offenlegung von Angelegenheiten im Zusammenhang mit der Poro-Gesellschaft verbieten.
Die Journalisten- Union erkannte zwar die kulturelle Bedeutung der Poro-Gesellschaft an, betonte jedoch, dass traditionelle Praktiken nicht über verfassungsrechtliche Schutzbestimmungen gestellt werden dürfen, insbesondere wenn sie die Rechte von Personen verletzen, die nicht freiwillig daran teilnehmen.
Stand der Recherche: Juni 2026
Text und Portrait: Susanne Köhler
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.