
Ali Shoaib, *Libanon, 2026 im Libanon gezielt durch israelischen Luftangriff ermordet
Der libanesische Journalist Ali Shoeib wurde am 28. März 2026 bei einem israelischen Angriff getötet. Um diesen Angriff zu rechtfertigen, veröffentlichte die israelische Armee online ein Bild von Shoeib, auf dem er eine Uniform der militanten Gruppe Hisbollah trug. Das Bild ist in zwei Teile geteilt: Auf der einen Hälfte ist Shoeib mit einer Presseweste zu sehen, auf der anderen Hälfte trägt er eine Hisbollah-Uniform.
Die Armee räumte später ein, dass das Bild mit Photoshop bearbeitet worden war. Dies berichtete das französische Auslandsfernsehen FRANCE24.
Ein Journalist der israelischen Tageszeitung HAARETZ fragte den israelischen Militärsprecher Oberstleutnant Nadav Shoshani, warum sie ein mit Photoshop bearbeitetes Bild von Shoeib veröffentlicht hätten.
Shoshani bezeichnete das Bild als „digitale Illustration“ und sagte weiter:
„Es gab auch eine digitale Illustration, die besagt: Hier agierte Ali Shoeib unter dem Deckmantel eines Journalisten, und hinter diesem Deckmantel verbarg sich ein Terrorist“, behauptete Shoshani. „Das war die Grafik. Ein authentischer Teil und ein bearbeiteter Teil. Meiner Meinung nach war klar, dass es bearbeitet war. Wir haben nichts anderes behauptet. Wir haben auch ein Originalfoto von ihm in Uniform veröffentlicht.“
Der Sprecher der israelischen Armee veröffentlichte tatsächlich am 29. März ein weiteres Bild auf X, das angeblich Shoeib in einer Hisbollah-Uniform zeigt. Das Bild ist jedoch unscharf, und es ist unmöglich, seine Echtheit zu überprüfen.
Die Foreign Press Association (FPA), die Hunderte von Journalisten in Israel und den palästinensischen Gebieten vertritt, veröffentlichte am 15. April eine Erklärung, in der sie das israelische Militär dafür kritisierte, den Journalisten durch die Veröffentlichung eines gefälschten Bildes, auf dem er eine Hisbollah-Uniform trägt, diskreditieren zu wollen.
Die israelische Zeitung JERUSALEM POST hingegen schrieb: „IDF (Israel Defense Forces) tötet Hisbollah-Terroristen, der als Journalist tätig war, bei gezielter Attacke im Südlibanon“.
Andere Medien kritisieren allerdings, dass Israel keine Beweise vorlegen würde, dass Ali Shoaib seine journalistische Tätigkeit als Deckmantel genutzt hätte, um nachrichtendienstliche Aktivitäten durchzuführen und Kontakt zu Hisbollah-Kämpfern zu pflegen.
Die näheren Umstände der gezielten Tötung:
Am 28. März 2026 traf ein israelischer Luftangriff ein Medienfahrzeug in der Nähe von Jezzine im Südlibanon und tötete den Journalisten Ali Shoaib vom Hisbollah-nahen Fernsehsender AL-MANAR sowie die Journalistin Fatima Ftouni vom Hisbollah-freundlichen Fernsehsender AL-MAYADEEN und ihren Bruder, den freiberuflichen Fotojournalisten Mohamad Ftouni.
Das Lagezentrum der israelischen Streitkräfte (IDF) bestätigte gegenüber dem Committee to Protect Journalists (CPJ), den Angriff durchgeführt zu haben, und erklärte, Shoaib (den es als Ali Hassan Shaib bezeichnete) sei ein Mitglied der Radwan-Truppe der Hisbollah (Elite-Einheit der libanesischen Hisbollah) gewesen.
Das CPJ sandte der IDF am 28. März eine E-Mail mit der Bitte um weitere Informationen zum Angriff und zur Tötung aller drei Journalisten, einschließlich der Forderung nach Beweisen für die Behauptung, Shoaib sei ein Kämpfer gewesen. Die Organisation erhielt die Antwort, dass der Vorfall weiter untersucht werde.
Der libanesische Präsident Joseph Aoun und der libanesische Informationsminister Paul Morcos verurteilten die Tötung der Journalisten, wobei Präsident Aoun den Angriff als „ein eklatantes Verbrechen“ bezeichnete, „das gegen alle Normen und Verträge verstößt, aufgrund derer Journalisten in Kriegen internationalen Schutz genießen“.
(Stand der Recherche: Mai 2026)
Quellen: www.france24.com, cpj.org, www.jpost.com
Text: Gerhard Keller
Künstlerin: Susanne Köhler
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