
Frenchie Mae Cumpio, * Philippinen, inhaftiert auf den Philippinen seit 2020
Die philippinische Journalistin Frenchiemae ist Radio-Nachrichtensprecherin bei AKSYON RRADYO-TACLONAN und Geschäftsführerin der alternativen Nachrichtenagentur EASTERN VISTA. Sie ist auch Teil des Netzwerks der unabhängigen Nachrichtenvereinigung ALTERMIDYA.
Frenchie Maes Reportagen handeln zum Beispiel von Übergriffe von Polizei und Militär auf dem Land. Auch scheut sie sich nicht, über Menschenrechtsverletzungen des Militärs zu berichten. Diese unterdrücken immer wieder Bauerngemeinschaften der Region „Eastern Visayas“. Hier herrscht durch ein Memorandum seit November 2018 das Kriegsrecht.
Zuletzt berichtete sie über Belästigung und Einschüchterung durch vermeintliche Sicherheitsbeamten.
Frenchie Mae Cumpio wurde am 7. Februar 2020 zusammen mit vier weiteren Reportern während einer Polizeirazzia in Haft genommen.
Frenchie Mae wird von der philippinischen Armee als „hochrangiger Offizier der Kommunistischen Partei der Philippinen“ bezeichnet. Weiterhin werden ihr und den anderen Journalisten der Besitz von Feuerwaffen, Sprengstoff und sonstiger Munition. Dies und die Verbindung zur Kommunistischen Partei sind typische Anschuldigungen gegenüber Journalisten, genannt „Red-Tagging“.
Karapatan, eine Vereinigung zur Förderung und dem Schutz der Menschenrechte auf den Philippinen erklärt hingegen, dass die in den Gebäude gefundenen Waffen und Sprengkörper vom Militär selbst “in die Räume gepflanzt“ wurden.
Frenchie Mae Cumpio bestreitet die Vorwürfe, illegal in Besitz von Feuerwaffen und Sprengstoff zu sein. Auch ihre Anwälte sehen hierin nur einen Vorwand zur Inhaftierung. Der Versuch der Anwälte, die Anklage gegen sie fallen zu lassen, wurde bis jetzt abgelehnt. Bei Besitz von Feuerwaffen und Sprengstoff drohen nach philippinischer Gesetzgebung 6 bis 12 Jahre Gefängnis.
Nach vier Jahren Untersuchungshaft wurde sie am 11. November 2024 vor Gericht gestellt. Anfang Februar 2025 war sie immer noch in Haft.
Als internationales Symbol des Kampfes für die Pressefreiheit hat Frenchie Mae Cumpio während ihrer ungerechtfertigten Inhaftierung weltweite Unterstützung erfahren. Im September 2025 forderten 250 Journalist*innen aus aller Welt Präsident Marcos eindringlich auf, Schritte zu ihrer Freilassung zu unternehmen. Sie betonten, dass Cumpio exemplarisch für die zentrale Rolle des Journalismus bei der Aufdeckung von Machtmissbrauch und der Verteidigung demokratischer Werte stehe.
Am 22. Januar 2026 wurde Frenchie Mae Cumpio im Prozess wegen Terrorfinanzierung schuldig gesprochen. Ihr – und vier weiteren Menschenrechtsverteidiger*innen – drohen damit zwölf bis 18 Jahre Gefängnis.
Mit 204 dokumentierten Morden seit der Wiederherstellung der Demokratie im Jahr 1986 sind die Philippinen eines der gefährlichsten Länder für Journalisten und Verteidiger der Pressefreiheit. Der Archipel belegt im World Press Freedom Index 2024 von RSF Platz 134 von 180 Ländern.
Quelle: CPJ vom 22.04.2020, www.bulatlat.com, www.Womeninjournalism.org, RSF
Text: Karin Herr und Gerhard Keller, Februar 2026
Künstlerin: Karin Herr
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