Giuditta Mosca, * Italien, fühlt sich 2023 von einem italienischem Gericht eingeschüchtert

giuditta Mosca ist eine italienische Journalistin.

Giuditta Mosca, * Italien, fühlt sich 2023 von einem italienischem Gericht eingeschüchtert

Die Journalistin Giuditta beschreibt gegenüber FREE PRESS UNLIMITED eine Erfahrungen mit der italienischen Justiz so: 

„Eigentlich habe ich eine journalistische Untersuchung zum Thema Menschenrechte durchgeführt, insbesondere zur Diskriminierung von Vätern nach einer Scheidung durch einige Behörden. Ich verfolgte die Tätigkeit einer italienischen Psychologin, die im Auftrag einer Schweizer Behörde namens ARP ein psychologisches Gutachten über einen Mann erstellte, den sie nie kennen gelernt hatte. Ohne ihn zu kennen, ohne jemals sein Gesicht gesehen zu haben und ohne die für ein seriöses und zuverlässiges psychologisches Gutachten erforderlichen medizinischen Tests durchzuführen, kam sie zu dem Schluss, dass er an einer unheilbaren Geisteskrankheit leidet. Eine Geisteskrankheit, die er nicht hat. 

Nachdem ich diese absurde und unmenschliche Situation ans Licht gebracht hatte, verklagte mich diese Psychologin. Nicht so sehr wegen dem, was ich geschrieben hatte – was bewiesen und unwiderlegbar war -, sondern vielmehr wegen des Tonfalls, den ich bei der Beschreibung ihrer Arbeit verwendete. Obwohl die Psychologin gemäß ihrer Berufsordnung wegen ihres Fehlverhaltens verurteilt wurde, entschied das Gericht in der Klage gegen mich zugunsten der Psychologin. 

Das erste, was an diesem Fall fragwürdig ist, ist der Ort, an dem die Verhandlung stattfand. Nach italienischem Recht muss ein Prozess dort stattfinden, wo der Beklagte wohnt. Ich wohnte in Rom, aber der Prozess fand in einem anderen Teil Italiens statt, nämlich in der Region der Psychologin: Monza. Es wurde auch deutlich, dass ein Interessenkonflikt im Spiel war. Die Psychologin arbeitete nicht nur in der Schweiz, sondern war auch als Beraterin am Gericht von Monza tätig. Außerdem hat es den Anschein, dass die Richterin, die den Prozess leitete, Jugendrichterin an genau diesem Gericht werden wollte, was bedeutet, dass sie möglicherweise in das von mir angeprangerte System verwickelt ist. (…) Ich werde immer noch dafür belangt, dass ich darüber schreibe. Ich habe meine Arbeit nach allen ethischen und moralischen Grundsätzen getan und bin trotzdem verurteilt worden. Selbst mein Anwalt hat die Schwierigkeit dieses Falles unterschätzt. Immerhin waren meine Beweise und Dokumente unbestreitbar. Derzeit warte ich noch auf das Berufungsverfahren. 

Es ist wirklich eine Schande. Nicht nur für mich, sondern für den Enthüllungsjournalismus als Ganzes. Glücklicherweise wurde ich nicht verhaftet und meine Karriere hat keinen Rückschlag erlitten. Aber ich kann ehrlich gesagt nicht sagen, ob ich in Zukunft weitere journalistische Recherchen anstellen werde.“

Quelle: erased.freepressunlimited.org 2023

Künstlerin: Maria von Stülpnagel