Kelvin Lameck Mwakangondya, * Tansania, erschossen 2025

Kelvin Lameck Mwakangondya war ein Journalist aus Tansania. Er wurde 2025 getötet

Kelvin Lameck Mwakangondya, * Tansania, erschossen 2025

Der Journalist Kelvin Lameck Mwakangondya wollte über Protest-Demonstrationen nach der Präsidentenwahl berichten. Er wurde von Sicherheitskräften erschossen, als er über ihr gewaltsames Vorgehen berichten sollte.

Kelvin Lameck Mwakangondya arbeitete für den Radiosender  BARAKA FM in Mbeya – rund 800 Kilometer von der Hauptstadt Daressalam entfernt im Südwesten des Landes. 

Im Oktober 2025 fanden in Tansania Parlamentswahlen und Präsidentenwahlen statt. Im Vorfeld hatte die amtierende Präsidentin Samia Suluhu Hassan sämtliche ernstzunehmende Gegenkandidaten ausgeschaltet. So erhielt sie 97,66 % der Stimmen und wurde wiedergewählt. Daraufhin kam es am 29. Oktober landesweit zu groß angelegten Demonstrationen. Die Lage eskalierte, es gab Menschenrechtsverletzungen, Gewalt, Todesschüsse und Festnahmen. 

Auch der Journalist Kelvin Lameck Mwakangondya war unter den Opfern. Er war in Mbeya im Einsatz, um über das Vorgehen der Sicherheitskräfte bei den Protesten zu berichten. Als die Sicherheitskräfte scharfe Munition einsetzten, um die aufgebrachte Menge zu zerstreuen, wurde der Reporter von ihnen erschossen.

Hunderte von Demonstranten sollen getötet worden sein. Nach Informationen, die dem OHCHR vorliegen, wurden seit dem Wahltag über 150 Personen festgenommen. Viele der Festgenommenen – darunter auch Kinder – sollen wegen Hochverrats angeklagt worden sein.

Laut dem Online-Medium EASTLEIGH VOICE  wurden einige Journalisten festgenommen, andere wurden schwer verletzt. Darüber hinaus verhängten die Behörden vom 29. Oktober bis zum 3. November eine Internetsperre. Damit wollten sie den Zugang zu Informationen einschränken und den Bürgern sowie dem Rest der Welt ihr Recht auf Information vorenthalten.

Der UN Human Rights Chief Volker Turk forderte „die tansanischen Behörden nachdrücklich auf, Informationen über das Schicksal und den Verbleib aller Vermissten bereitzustellen und die Leichen der Getöteten ihren Angehörigen zu übergeben, damit sie in Würde bestattet werden können. Es gibt zudem beunruhigende Berichte, wonach Sicherheitskräfte dabei beobachtet wurden, wie sie Leichen von den Straßen und aus Krankenhäusern entfernten und an unbekannte Orte brachten in einem offensichtlichen Versuch, Beweise zu verbergen.“

Quellen: news.un.org, IFJ, Wikipedia

Künstler: Patrick MacAllister

Text: Susanne Köhler

Quelle: news.un.org, IFJ