
Said Yusuf Ali, * 1990 Somalia, ermordet 2020
Said Yusuf Ali war Reporter des privaten Fernsehsenders KALSAN TV.
Zum Verhängnis könnte ihm geworden sein, daß er über ein tödliches Attentat auf einen Lehrer berichtet hatte. Dieser Lehrer arbeitete an einer islamischen Schule und war durch mutmaßliche Mitglieder der islamistischen Rebellengruppe Al-Shabaab ermordet worden. Auch über die jüngsten militärischen Niederlagen von Al-Shabaab hatte der Journalist seine Zuschauer informiert.
Kurz darauf, am Abend des 4. Mai 2020, sah Said Yusuf Ali, wie sich auf einer Straße in Somalias Hauptstadt Mogadishu ein Paar offensichtlich stritt. Er mischte sich ein, stellte sich zwischen die Beiden. Doch da stach der Mann viermal mit einem Messer auf den Journalisten ein. Passanten hielten den Mann fest und übergaben ihn der Polizei. Die Frau floh vom Tatort, wurde von der Polizei aber gesucht. Denn die vermutete, daß die Frau dazu benutzt wurde, Alis Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.
Der Journalist starb im Alter von nur 30 Jahren.
Journalist:innen müssen in Somalia mit wenig Schutz durch die Behörden arbeiten. Das wird immer wieder von Menschenrechtsorganisationen kritisiert.
Ali ist der zweite somalische Journalist, der 2020 ermordet wurde. Abdulwali „Online“ Ali Hassan war Reporter für den in Mogadischu ansässigen Radiosender KULMIYE RADIO und für UNIVERSAL TV, somalischer Fernsehsender mit Sitz in London. Er wurde im Februar erschossen. Kurz zuvor hatte der über Operationen der somalischen Armee gegen Al-Shabaab berichtet.
Insgesamt wurden in den letzten zehn Jahren in Somalia 51 Journalisten getötet. Das ist fast die Hälfte aller Journalisten – 103 –, die im gleichen Zeitraum in ganz Subsahara-Afrika im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet wurden.
Quelle: Reporter ohne Grenzen
Text: Susanne Köhler
Künstlerin: Susanne Köhler
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.