Salomón Ordóñez Miranda, * 1985 Mexiko, ermordet 2025

Salomon ordonez Mirinda war ein journalist aus Mexiko. Er wurde 2025 ermordet.

Salomón Ordóñez Miranda, * 1985 Mexiko, ermordet 2025

Salomón Ordóñez Miranda war ein Lokaljournalist in der mexikanischen Kleinstadt Cuetzalan des Bundesstaates Puebla. Er war einer der Gründer und Redakteur der Nachrichtenseite SHALOM CUETZALAN PRODUCCIONS.  Diese Facebook-Seite hat mit über 75.000 Followern mehr Leser und Leserinnen als die Stadt Cuetzalan Einwohner besitzt.

Ordóñez arbeitete nebenbei als freiberuflicher Photograph und war dank seines journalistischen Engagements sehr beliebt in seiner Gemeinde. Zumeist berichtete er über Kulturelles und nur gelegentlich über die lokale Politik.

Am Abend des 23. Juni 2025 wurde Ordóñez in Cuetzalan auf offener Straße von mehreren vermummten Angreifern attackiert. Laut Zeugenaussagen schossen diese mindestens zweimal auf Ordóñez, bevor sie vom Tatort flohen. Besagte Zeugen riefen sogleich den Rettungsdienst, welcher aber mehr als eine Stunde benötigte, um am Tatort anzukommen. Der 40-jährige Journalist verstarb kurz darauf in einem nahen Krankenhaus. Die Täter konnten bisher nicht ausfindig gemacht werden.

Ob der Mord an Ordóñez mit seiner journalistischen Tätigkeit in Verbindung steht, ist noch immer unklar. Weder die Staatsanwaltschaft noch die Behörden gaben Informationen zur Ermittlung bekannt. Seine Hinterbliebenen äußerten sich ebenfalls nicht öffentlich zur Tat. Hinzu kommt, dass ein Reporter und Arbeitskollege von Ordóñez – der Aufgrund seiner eigenen Sicherheit anonym verbleiben wollte – dem Comittee to Protect Journalists (CPJ) mitteilte, dass Ordóñez niemals über politisch heikle Themen wie Korruption oder Kriminalität berichtete. Allerdings verfasste er einige wenige Reportagen zur Sicherheit im Ort.

Von Januar bis Juli 2025 wurden bereits acht Journalisten und Journalistinnen in Mexiko Opfer von tödlichen Gewaltdelikten. In ganz Lateinamerika sind es bereits dreizehn; laut UNESCO längst mehr als im Jahr 2024. Morddrohungen und gezielte Rufschädigungen gehören zum Alltag der mexikanischen Journalisten und  Journalistinnen. Nur selten werden Morde an ihnen aufgeklärt, richtige Ermittlungen finden kaum statt. Deshalb haben bereits viele von ihnen aus Angst ihre Arbeit niedergelegt.

Während ihres Wahlkampfes versprach die derzeitige Präsidentin von Mexiko, Claudia Sheinbaum, Gewaltdelikte gegen die Pressefreiheit zu bekämpfen. Doch nach dem jüngsten Mord an Salomón Ordóñez Miranda kritisierte der mexikanische Repräsentant von CPJ,  Albert Hootsen, dass Sheinbaum nichts dergleichen unternommen habe, um Journalismus zu schützen. Noch immer weist Mexiko die höchste jährliche Mordrate an Reportern und Reporterinnen in ganz Lateinamerika auf.

Als Antwort auf den Mord an Ordóñez protestierten tausende Menschen gegen die anhaltende Gewalt gegen Medienschaffende. (Stand der Recherche August 2025)

Quellen: cnnespanol.cnn.com, cpj.org, www.unesco.org, www.facebook.com/Shalomtv2204/about, www.oas.org/en/iachr, latamjournalismreview.org, www.reporter-ohne-grenzen.de

Text: Sean L. L. Erdel

Künstlerin: Patty Ferrato