
Fatima Ftouni, *Libanon, 2026 gezielt durch israelischen Luftangriff getötet
Fatima Ftouni ist eine libanesische Journalistin und Korrespondentin für AL-MAYADEEN TV, einem Sender, der der Hisbollah nahe steht. Oft arbei
tete sie in unmittelbarer Nähe von aktiven Konfliktgebieten.
Ftouni war als Korrespondentin tätig und dokumentierte militärische Entwicklungen sowie deren Auswirkungen auf die lokalen Gemeinschaften im Südlibanon.
Fatima Ftouni wurde am 28. März 2026 durch einen israelischen Luftangriff im Südlibanon gezielt getötet. Sie kam ums Leben, als sie zusammen mit dem Journalisten Ali Shoeib und ihrem Bruder, dem Kameramann Mohammed Ftouni auf der Autobahn von Jezzine unterwegs war. Ein israelischer Luftangriff zielte direkt auf ihr Auto und tötete aller drei Medienmitarbeiter:innen.
Berichten zufolge war der Wagen als Pressefahrzeug gekennzeichnet. Die Journalist:innen waren zum Zeitpunkt des Angriffs im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit unterwegs. Journalisten müssen als Zivilisten behandelt und während der Ausübung ihrer Arbeit vor Angriffen geschützt werden.
Das Lagezentrum der israelischen Streitkräfte (IDF) bestätigte gegenüber dem CPJ, den Angriff durchgeführt zu haben und erklärte, der Angriff habe Ali Shoeib zum Ziel gehabt, da er angeblich als Mitarbeiter des Geheimdienstes der Hisbollah tätig gewesen sei – eine Behauptung, die nicht unabhängig überprüft wurde.
Organisationen für Pressefreiheit nahmen dies mit Skepsis auf.
Die Tötung von Fatima Ftouni löste Kritik von internationalen Organisationen aus, darunter das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ). Die Hisbollah verurteilte den Angriff als „vorsätzliche kriminelle gezielte Attacke auf Journalisten“.
Der libanesische Präsident Joseph Aoun bezeichnete den Angriff als „dreistes Verbrechen“, das gegen die „grundlegendsten Regeln“ des Völkerrechts verstoße, indem es Reporter ins Visier nehme, „die letztlich Zivilisten sind, die ihre berufliche Pflicht erfüllen“.
Dies ist das zweite Mal, dass Israel beschuldigt wird, Journalisten im Libanon getötet zu haben, seit im Februar 2026 der Krieg der USA und Israels gegen den Iran begann.
Am 18. März berichtete AL-MANAR, dass sein Moderator Mohammad Sherri und seine Frau bei einem israelischen Angriff in Beirut getötet worden seien, während sie schliefen.
Als Reaktion auf den Angriff vom 28. März erklärte das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ), der Libanon sei zu einer „zunehmend tödlichen Zone für Journalisten“ geworden.
„Wir haben in diesem Krieg und in den Jahrzehnten davor ein beunruhigendes Muster beobachtet, wonach Israel Journalisten beschuldigt, aktive Kämpfer und Terroristen zu sein, ohne glaubwürdige Beweise vorzulegen“, sagte die Regionaldirektorin der in den USA ansässigen Organisation.
Das CPJ sandte der IDF am 28. März eine E-Mail mit der Bitte um weitere Informationen bezüglich der gezielten Tötung aller drei Journalisten und erhielt die Antwort, dass der Vorfall weiter untersucht werde.
(Stand der Recherche Mai 2026)
Quellen: www.bbc.com, cpj.org (Committee to Protect Journalists), france24.com, gc4hr.org
Text: Gerhard Keller
Künstlerin: Huriye Genc
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